zur Navigation springen

Rinderstall Haseldorf : Funkenregen fürs Publikum

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Funke – und nichts anderes bedeutet „Spark“ – sprang im Haseldorfer Rinderstall schon nach wenigen Tönen auf das Publikum über. Und die „klassische Band Spark“ lebte auf der Bühne genau das, was Intendant Christian Kuhnt den Schleswig-Holstein Musik Festival Besuchern mit der ganz neuen Zusammenstellung seines Programms versprochen hatte: Jung, sprühend, unverbraucht, voller Fantasie, Können und Virtuosität schlug sie die Brücke zwischen Pop, Rock, Jazz und Klassik.

Und es war einfach spannend, wie sie aus Mendelssohns „Lieder ohne Worte“, Lieder in anderen Worten, beziehungsweise Tönen fabrizierte oder aus schlichten Volksliedern wie dem „König in Thule“ oder „Hoch auf dem gelben Wagen“ eine aufregende Rhapsodie zauberte. Extra für das Schleswig-Holstein Musik Festival hatten sich die Fünf von jungen wilden Komponisten wie zum Beispiel dem Niederländer und Enfant terrible Chiel Meijering oder dem aufstrebenden deutschen Komponisten Johannes Motschmann ihre Stücke nicht nur auf den Leib, sondern auch auf die durchaus nicht gewöhnlichen Instrumente schreiben lassen.

Da sind zuerst einmal die Blockflöten, die Gruppengründerin Andrea Ritter und der Mitbegründer von Spark, Daniel Koschitzky grandios beherrschen und in jeder Form einsetzen, sogar den Paetzold-Bass, eine große Holzkonstruktion einer umgebauten Orgel-Pfeife, oder die kleine Lotusflöte. 40 verschiedene Instrumente sollen „Spark“ beim Konzert nutzen, aber zum Nachzählen kommt keiner der Konzertbesucher, der sitzt eh auf der Stuhlkante und folgt hingerissen dieser Explosion von Musik, der Mischung aus ganz weicher Zartheit, wenn Daniel das „Je t`aime“ von Reinhard May singt oder diese unglaubliche Kombination aus „Bayerischer Blasmusi“ und argentinischem Tango in „Wild Heart“ über das Publikum hereinbricht und – das hätte vorher keiner für möglich gehalten – es im wahrsten Sinne des Wortes entzückt und entrückt.

Es gab eine Menge Bravo-Rufe am Ende dieses Abends, sogar „Standing Ovations“, keiner wollte wirklich gehen, etliche Zugaben leistete die Band, die so offensichtlich selbst ganz viel Spaß an ihrer Musik hat, die sie übrigens über zwei Stunden lang in all ihrer Komplexität ohne eine einzige Note spielte.

Und auch seine Hoheit, Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden, war vom Auftritt der jungen Wilden begeistert. Der begehrteste Gastgeber des gesamten Festivals hatte sich einmal wieder ganz rührend um die gesamte Band gekümmert und die in Haseldorf völlig ausgehungert ankommende Gruppe in seinem Gästehaus – in dem schon Rainer Maria Rilke und Detlef von Liliencron residierten – ausgiebig verwöhnt.

Im neu gestalteten Künstlertreff im ehemaligen Pferdestall sorgte der Chefkoch des Haseldorfer Hofes, Florian Ehlers, für die Künstler und geladene Gäste nach dem so erfolgreichen Konzert mit Krustenbraten und pikantem Gemüsemix noch einmal für leiblichen Hochgenuss und der Prinz mit seinen extra für ihn bei Niederegger gefertigten Festival-Talern für ein süßes Mitbringsel aus dem heißen Norden in den regnerischen Süden. Eines mussten ihm die Mitglieder von „Spark“ allerdings versprechen: Sie müssen unbedingt wiederkommen.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 21:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert