zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 08:46 Uhr

Projekt : Für Teilhabe am Arbeitsmarkt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nicht jeder Mensch mit einer Behinderung, sei sie geistiger oder motorischer Art, ist in einer Werkstatt für Behinderte gut aufgehoben. Viele von ihnen könnten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Stellen besetzen und dort ihren Fähigkeiten gemäß Teil des normalen Arbeitsmarktes sein. Um dieses Ziel für Menschen mit geistigen oder körperlich-motorischen Beeinträchtigungen besser erreichen zu können, hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Familie zusammen mit der Arbeitsagentur ein landesweites Modellprojekt ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, die Teilhabemöglichkeiten dieses Personenkreises am Arbeitsleben auf der Basis der UN-Behindertenrechtskonvention zu verbessern.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2012 | 19:51 Uhr

Im Kreis Pinneberg wird dieses Projekt von den Förderzentren Raboisenschule und Heidewegschule, dem Integrationsfachdienst der Brücke Schleswig-Holstein und der Agentur für Arbeit Elmshorn gemeinsam durchgeführt. Geistig oder körperlich Behinderte werden nun bereits in der zehnten beziehungsweise der achten Klasse angesprochen und können, sofern die Eltern einverstanden sind, an einer vertieften Berufsorientierung mit Berufskunde teilnehmen oder die sogenannte Persönliche Zukunftsplanung nutzen. Daneben gibt es die Möglichkeit, Orientierungs- und Schnupperpraktika, aber auch Langzeitpraktika zu absolvieren. Bewerbungstrainings und die Vermittlung erforderlicher Kenntnisse und Fertigkeiten und Kompetenzen runden das Ganze ab.

Das Ziel ist vor allem, den Menschen eine Alternative zur oft obligatorischen Arbeit in einer Behindertenwerkstatt zu bieten, die den Einstieg in eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht.

Allerdings steht dem Projekt noch ein großer Hemmschuh gegenüber, welcher bisher verhindert, dass genügend Arbeitsplätze gefunden werden. Das Problem sind die Arbeitgeber selbst: denn auch wenn es etliche Firmen gibt, die neben ihren kommerziellen Interessen auch eine soziale Verantwortung tragen wollen, so sind es noch immer bei weitem zu wenige Arbeitgeber, die Stellen für Menschen mit Behinderungen schaffen. Gunnar Fritsche, Teamleiter für Berufliche Rehabilitation der Agentur für Arbeit Elmshorn will Behinderte Menschen besser integrieren, ist aber auch sicher, dass das nur mit Hilfe der Arbeitgeber gelingen kann. „Die Arbeitgeber müssen viel mehr machen“, sagte Fritsche und wies darauf hin, dass viele eben am Ende doch die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens gefährdet sehen oder Sorgen wegen des besseren Kündigungsschutzes haben.

Klar ist jedoch eines: Auch Menschen, die nur eingeschränkt leistungsfähig sind, benötigen einen Platz auf dem Arbeitsmarkt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert