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Bundesfreiwilligendienst : Für Flüchtlinge im Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Berufliche Orientierung finden, die eigenen Stärken und Schwächen kennenlernen und etwas Gutes für die Gesellschaft tun - Das ist der Bundesfreiwilligendienst. Rasmus à Tellinghusen absolviert diesen derzeit bei der Stadt. Seit Januar 2015 ist der 18-Jährige im Sozialamt tätig. Hier kümmert er sich um die Flüchtlinge, die in Elmshorn Schutz finden. Allein in diesem Jahr sind 150 Menschen aus verschiedensten Ländern hier angekommen.

„Die Arbeit mit Asylbewerbern hat mich gereizt“, erläuterte Rasmus à Tellinghusen. Nach seinem Realschulabschluss hatte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung begonnen, stellte jedoch bald fest: „Das ist nichts für mich.“ Eine weitere Ausbildung wollte er nicht anfangen, da er keinen klaren Berufswunsch hatte. Nur eines wusste er: „Was mit Menschen soll es sein.“ Als er vom Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Elmshorn las, hatte er sich umgehend auf die Stelle beworben - mit Erfolg.

Nun arbeitet der Brande-Hörnerkirchener 39 Stunden die Woche für ein Gehalt von 410 Euro pro Monat im Sozialamt. Überrascht sei er anfangs vor allem von der Vielseitigkeit der Aufgaben gewesen. So kümmert er sich mit seinen Kollegen um die Unterkünfte der Flüchtlinge, repariert kleine Defekte und baut Möbel auf. Vor allem aber höre er zu. „Wir gehen auf die Menschen und ihre Probleme ein. Zur Not auch mit Gesten.“, berichtet à Tellinghusen. Zum Dank erhalten er und seine Kollegen von den Flüchtlingen häufig Einladungen zum Kaffee. So habe er schnell gemerkt: „Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich. Nur sind sie in einer echten Notsituation.“ Daher gehe er auf diese Menschen zu, redet vorurteilsfrei mit ihnen, vermittelt auch manchmal. Fast immer laufe das, trotz der verschiedenen Sprachen, Kulturen und Religionen, reibungslos ab.

Begeistert ist à Tellinghusen auch von der Atmosphäre in der Stadtverwaltung. „Es ist richtig familiär“, findet er. Er werde nicht wie ein „besserer Praktikant“ behandelt, sondern übernahm schnell Verantwortung. Daher könne er sich nun vorstellen, künftig in der Verwaltung zu bleiben und eine Ausbildung im Rathaus zu machen. „Das hätte ich vorher nicht gedacht. Ich wollte nie einen Bürojob“, betont er. In den kommenden Monaten wird Rasmus à Tellinghusen mehr Einblicke in die Verwaltung selbst erhalten und an Seminaren zu verschiedensten Themen teilnehmen. Demnächst wird er mit den Flüchtlingen Fußball spielen - denn auch das gehört zu seinen Aufgaben.

Bundesfreiwilligendienst

Den Bundesfreiwilligendienst kann jeder leisten, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat und mindestens 16 Jahre alt ist. Die Dauer liegt zwischen mindestens sechs und maximal 18 Monaten. Der Dienst wird generell in Vollzeit (39 Stunden pro Woche) absolviert, kann jedoch nach Vollendung des 27. Lebensjahres auch in Teilzeit mit mindestens 21 Stunden pro Woche geleistet werden. Für den Einsatz gibt es eine monatliche Pauschale von bis zu 500 Euro, die sich aus einem Taschengeld sowie Zuschüssen für Verpflegung und Unterkunft zusammensetzt.

Freiwilligendienste bei der Stadt Elmshorn

Die Stadt Elmshorn bietet sieben Stellen für Freiwilligendienstler an. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist bei der Kinder- und Jugendpflege sowie an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule möglich. Im Bereich Kultur kann das FSJ im Industriemuseum absolviert werden. Der Bundesfreiwilligendienst kann im Amt für Bürgerbelange, an derPaul-Dohrmann-Schule, bei der mobilen Spielplatzbetreuung und im Jugendhaus Krückaupark geleistet werden. Die Stellen werden jedes Jahr neu besetzt, Dauer und Bezahlung variieren.

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erstellt am 13.Aug.2015 | 19:42 Uhr

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