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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 21:34 Uhr

Auftakt : Für eine bessere Willkommenskultur

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wedel hat es seit drei Jahren, Elmshorn fast ebenso lange. Nun will sich auch Uetersen ein Integrationskonzept geben.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 21:51 Uhr

36 Menschen haben am Sonnabend im Rathaus mit der Arbeit daran begonnen. Zweieinhalb Stunden lang saßen sie beieinander, trugen in drei Gruppen Ideen zusammen und beschlossen, sich in Kürze wieder zu treffen.

Was ist ein Integrationskonzept? Zunächst ein Papier, das bis Sommer 2015 vorliegen und die Frage beantworten soll: Wie will Uetersen Zuwanderer aus dem Ausland wie auch Flüchtlinge integrieren? In Wedel umfasst dieses Schriftstück 16, in Elmshorn stattliche 25 Seiten. Doch Bürgervorsteher Adolf Bergmann mahnte bei der Begrüßung im Ratssaal: „Wir wollen das Konzept nicht formulieren, lochen und abheften, sondern mit Leben erfüllen.“ Der Ausländeranteil in Uetersen betrage 13,5 Prozent, an der Rosenstadtschule sogar 34 Prozent. „Ein Zurück in frühere Zeiten wird es nicht geben. Das Zusammenwachsen muss in den Köpfen und Herzen stattfinden“, betonte er. Der Weg zur Integration führe durch das gemeinsame Tun.

Mit einem sechssprachigen Flyer hatte die Stadt jeden der rund 18700 Einwohner eingeladen. Es sollte verhindert werden, dass die Politik der Bevölkerung ein Papier überstülpt. Jeder Uetersener sollte daran mitarbeiten können.

Erschienen waren allerdings vor allem „die üblichen Verdächtigen“ des Ehrenamts: Vertreter der Parteien, Kirchen, der Friedrich-Ebert-Schule, der Volkshochschule, des Seniorenbeirats, des Freiwilligenforums, der Familienbildungsstätte. Es brachten sich auch die Grüne Moschee, eine Handvoll Asylbewerber aus dem Iran und andere Bürger in die Diskussion ein. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Thorsten Berndt beklagte dennoch: „Hier sind heute stark sozial engagierte Menschen vertreten, aber Handel, Handwerk, Sportvereine und Feuerwehr fehlen.“

Die Flüchtlinge stellten der Stadt übrigens ein gutes Zeugnis aus: Sie litten nicht unter Ausländerfeindlichkeit. Aber sie wünschten sich mehr Arbeitgeber, die ihre Qualifikationen anerkennen und ihnen Jobs geben. „Wir könnten den Uetersenern helfen“, sagte ein Iraner.

Die ersten Ergebnisse des TreffensDie Arbeitsgruppe „Willkommenskultur und Flüchtlinge“ regte an, die interkulturelle Kompetenz des Bürgerbüros zu stärken, mehr Sprachkurse und mehrsprachiges Info-Material anzubieten. Flüchtlinge bräuchten einen regelmäßigen Treffpunkt. Hilfreich wäre ein Netzwerk aus ehrenamtlichen und professionellen Dolmetschern. Es sei das Verhältnis von ehrenamtlicher und finanzierter Tätigkeit zu klären. Die Arbeitsgruppe „Kitas, Schule, Arbeitswelt“ empfahl, an den Schulen den ausländischen Kindern und Eltern jeweils Paten an die Seite zu stellen. Gemeinsame Lesestunden und Erlebnisse könnten die Lernbereitschaft fördern. Angeregt wurden Firmenpatenschaften, über die Jobs vermittelt werden können. Die Arbeitsgruppe „Gesundheit, Älterwerden, soziales Umfeld, Freizeit, Wohnen“ formulierte noch keine konkreten Ideen, will aber intensiv weiterarbeiten. (jhf)

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