Ortskerngestaltung : Für die Zukunft richtig aufgestellt sein

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Kurzfristig hatte die Verwaltung zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses Diplom-Ingenieur Stefan Escosura, Geschäftsführer der AC Planergruppe, eingeladen. Das Itzehoer Büro ist beauftragt, Tornesch bei der von Politik und Verwaltung angestrebten Ortskernentwicklung zu beraten. Mit einer ersten Bestandsanalyse und einer Benennung von Themenfeldern machte Stadtplaner Stefan Escosura nun die Mitglieder des Bauausschusses und die zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger vertraut.

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03. Juni 2015, 20:28 Uhr

Tornesch sei hinsichtlich der Infrastruktur überdurchschnittlich gut ausgestattet, es fehle jedoch die Verknüpfung. Auch bauliche Mängel und den verkehrsbelasteten „Kern“ führte Stefan Escosura als Mängel auf. „Konsolidieren Sie das, was Sie haben. Sie können sich nicht mit Hamburg oder Elmshorn vergleichen“, so der Fachmann. Er vermutet eine „gewisse Zufriedenheit“ der Bürger mit ihrer Stadt und das sei ein gutes Potential, auch wenn nach außen ein „Image-Problem“ bestehe. Die entscheidende Frage sei also die soziale Komponente: „Wie schafft man es, die Bürger ins Zentrum zu holen und ihnen dort Bereiche zu bieten, in denen sie sich treffen und aufhalten?“ Allein mit einer städtebaulichen Neuordnung sei das Ziel nicht zu erreichen. Und doch gehört die städtebauliche Neuordnung im Bereich Uetersener Straße/Esinger Straße zu den drei Arbeitsfeldern, die Stefan Escosura benannte.

Das zweite Arbeitsfeld bezog er auf die sinnvolle Nutzung von „Erdgeschoss-Zonen.“ Beispielsweise sei eine Spielothek in einer „Erdgeschoss-Zone“ verschenktes Potential. Auch auf die Gestaltung „halb öffentlicher Räume“ wies der Stadtplaner hin und merkte an, dass man einen zentralen Bereich mit öffentlichen Nutzungen festlegen und keine weiteren Entwicklungen öffentlicher Nutzung an den Stadträndern planen sollte. A und O sei jedoch die Verteilung des Straßenverkehrs und die Integration des Fuß- und Radverkehrs. Als eine Möglichkeit benannte Stefan Escosura die Schaffung eines Radschnellweges auf der Gleis-Trasse Richtung Uetersen. „Ich bin sicher, die Landesplanung würde so ein Projekt unterstützen. Im Radverkehr liegt die Zukunft. Sie haben hier viel Potential dafür.“

Die Politik müsse sich darüber im Klaren sein, welches Zielpublikum angesprochen werden soll und dass ein Entwicklungszeitraum von mindestens 15 Jahren ins Auge gefasst werden müsste, so der Fachmann.

In einer Herbstsitzung des Bauausschusses will das Büro AC Planergruppe weitere Erkenntnisse vorstellen. „Wir erwarten ein Nutzungskonzept und Nutzungsschwerpunkte für den Stadt-Innenraum und damit verbundene Auswirkungen auf neue Baukörper im Innenbereich“, machte SPD-Bauausschussmitglied Arthur Rieck noch einmal die Aufgabenstellung deutlich. Sobald konkrete Vorschläge vorliegen, sollen auch die Bürger einbezogen werden.

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