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Neujahrsempfang : Für die Zukunft der kleinen Dörfer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kritik an der neuen Landesregierung hat Groß Nordendes Bürgermeisterin Ute Ehmke am Sonntagabend während des Neujahrsempfangs ihrer Gemeinde geübt. „Insgesamt sehe ich nicht die im Wahlkampf angekündigte Stärkung, sondern eine Schwächung der Kommunen“, sagte sie vor rund 75 Gästen im Dorfgemeinschaftshaus. Zwei Tendenzen bereiteten den Dörfern nach den Worten der Bürgermeisterin Probleme: die drohende Einführung einer Mindestgröße für Kommunen und wachsender finanzieller Druck.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2013 | 20:15 Uhr

So bemängele der Koalitionsvertrag eine Überverwaltung Schleswig-Holsteins und propagiere Gemeindegrößen von mindestens 8000 Einwohnern. „Viele Gemeinden müssten danach von der Landkarte verschwinden“, sagte die Bürgermeisterin. In Groß Nordende leben etwa 725 Menschen.

Ehmke ist sich sicher: Die Verwaltungskosten würden durch eine Gebietsreform nicht sinken. Sie vermutet ein parteipolitisches Ziel: „Es geht gegen die unabhängigen Wählergemeinschaften.“ Diese würden landesweit mehr als 50 Prozent, in Groß Nordende sogar 100 Prozent der Mandate halten. Nach einer Gemeinde-Fusion stellten sie nur noch Splittergruppen dar, sagte das Mitglied der „Gemeinschaft unabhängiger Bürger '82“ (GuB'82) gegenüber unserer Zeitung.

Sie habe bereits Ministerpräsident Torsten Albig um Stellungnahme gebeten – bisher ohne Antwort. „Aber ich bleibe am Ball und werde zusammen mit meinen Bürgermeisterkollegen alles Mögliche dafür tun, dass unser Amt Moorrege und damit unsere Gemeinde erhalten bleibt.“

Ein weiteres Problem: „Durch Kürzung von Mitteln im Finanzausgleichsgesetz wird indirekt finanzieller Druck auf die Gemeinden ausgeübt“, kritisierte sie. Gleichzeitig stiegen die Aufgaben, etwa die Mitfinanzierung des Schulbaus sowie der Ausbau der Kinderbetreuung. Allein der Kreistagsbeschluss, die Kommunen ab 2013 für den Unterhalt der Förderschulen in Appen-Etz und Elmshorn zur Kasse zu bitten, werde Groß Nordende jährlich 20000 Euro kosten. „Eigentlich muss die Kreisumlage entsprechend gesenkt werden“, so Ehmke. Die Bürgermeisterin begrüßte während des Empfangs das neue Team des Kindergartens in Groß Nordende: Leiterin Cristina Conrad sowie Tanja Richert und Carmen Schreiber. Besonders ehrte Ehmke den Dorfchronikausschuss. Klaus Piening, Frank Quast, Wolfgang Wiech und Diedrich von Döhren hatten fast drei Jahre lang die Gemeindehistorikerin Annette Schlapkohl unterstützt.

Für 2013 wünschte Ehmke der Gemeinde „viele aktive und kreative Groß Nordender“. Mit dem Klang der frisch restaurierten historischen Schulglocke läutete sie das neue Jahr ein.

Fast alle Nachbar-Bürgermeister waren gekommeZu den Gästen des Neujahrsempfangs in Groß Nordende zählten der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, und die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier sowie die Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Moorrege), Jürgen Neumann (Heist), Udo Tesch (Heidgraben), Walter Rißler (Holm), Günther Laudan (Neuendeich), Hans-Barthold Schinckel (Klein Nordende), Amtsleiter Rainer Jürgensen, der Erste Uetersener Stadtrat Wolfgang Behring, Polizeikommissar Gernot Bednarz und der Groß Nordender Wehrführer Kurt Brandt. (jhf)

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