Grünkohlessen : Fünf Hürden für baldigen Bau der K22

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Zweifel an einem raschen Baubeginn der Kreisstraße 22 hegen die Sprecher der Interessengemeinschaft Südtangente (IGS), Jürgen Körner und Michael Krüger. Letzterer sagte während des Grünkohlessens der Gruppe im Tornescher Heimathaus zwar: „Wir glauben auch, dass das Schiff etwas an Fahrt aufgenommen hat.“

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26. Februar 2013, 21:38 Uhr

Doch stehen seiner Auffassung nach der geplanten Trasse durch Esingen große Hindernisse entgegen. Wie berichtet, lehnt die IGS diese Streckenführung ab. Hindernis 1 ist das Planfeststellungsverfahren. Körner: „Man rechnet, dass es Ende des Jahres feststeht. Aber das sagen die jedes Jahr.“

Hindernisse 2 und 3 sind Jürgen Mölln und Norbert Meyer, die ihre Grundstücke für den Bau der K22 nicht hergeben wollen. „Wir sind nicht bange davor und werden uns auch zu wehren wissen“, sagte Mölln.

Zwar habe Bürgermeister Roland Krügel kürzlich die Vermutung geäußert, dass der Kreis eine vorzeitige Besitzeinweisung beantragen werde. Sollte sie genehmigt werden, könnte er laut Baugesetzbuch die Grundstücke gegen den Willen der Eigentümer und vor Ablauf eines Enteignungsverfahrens bebauen – wenn das „aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit geboten“ sein sollte. Darin sieht Körner eine weitere Klippe.

Hindernis 4: Die richterliche Entscheidung über eine Besitzeinweisung. „30 Jahre lang ist nichts gemacht worden“, sagte der IGS-Sprecher. Warum sollte ein Richter gerade jetzt eine Gefahr im Verzug sehen? „Schlaglöcher können nicht das Argument sein“, so Krüger. Mölln vermutet, dass ein Richter eher den Ausgang des Enteignungsverfahrens abwarten wird.

Das müsste allerdings schnell entschieden werden. Land, Bund und Bahn wollen das rund 30,317 Millionen Euro schwere Projekt zwar zu 75 Prozent fördern, berichtete Kreissprecher Marc Trampe. Krüger zufolge fließt der Zuschuss aber nur, wenn die K22 bis 2017 fertiggestellt ist.

Dazu kommt das Hindernis 5: Die finanzielle Situation des Kreises Pinneberg. Er wird laut Trampe wahrscheinlich einen Eigenanteil in Höhe von 6,4 Millionen Euro zu übernehmen haben. Doch erinnerte Krüger: „Der Rettungsschirm des Landes zwingt den Kreis, 2,1 Millionen Euro bis 2015 einzusparen.“

Die IGS pocht darauf, Alternativen zur K22 zu suchen. Ihr Favorit ist eine Südumgehung, die vom Wischmöhlenweg abzweigt und über den Bahnübergang Prisdorf zur A23 führt. Für diese Idee interessieren sich offensichtlich immer mehr Menschen. Nachdem 2012 rund 60 Gäste das Grünkohlessen besuchten, sprach Krüger nun zu etwa 80 Zuhörern.

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