Wahlkampf in Pinneberg : Führungsperson gesucht

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Der Wahlkampf um den Chefsessel im Pinneberger Rathaus geht in die entscheidende Runde. Am 11. November haben die Pinneberger die Wahl, wer die Geschicke ihrer Stadt zukünftig leiten wird. Und das ist ihnen angesichts der vielen ungelösten Probleme und des riesigen Schuldenberges alles andere als egal. Gestern Abend füllten die Pinneberger bis zum letzten Platz die Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule, um den zweiten Schlagabtausch der vier zugelassenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu erleben.

shz.de von
26. Oktober 2012, 21:44 Uhr

Schon vergangenen Dienstag strömten über 500 Bürger in die Rübekamphalle. Bereits nach diesen beiden ersten von der Stadt organisierten Vorstellungsrunden steht der eigentliche Gewinner fest: die Pinneberger Bürger selbst. „Wir freuen uns, dass die Pinneberger den Wahlkampf so engagiert mitmachen“, meinte Kathrin Goldau vom städtischen Wahlbüro. „Es sind viel mehr Leute gekommen, als wir erwartet hatten.“

Bürgervorsteherin Natalina Boenigk (CDU) moderierte souverän durch beide Abende. Aber auch gestern wurde der enttäuscht, der heiße Debatten erwartet hatte. Weder das politische Greenhorn, der kaufmännische Angestellte Ole Bues (30), noch die Sparkassenangestellte Urte Steinberg (53), die offensiv bürgernahe Kandidatin der SPD und CDU, oder die Juristin Meike Oltmanns-Hase (45), die sich ihrer Stadt als wirtschaftliche Kompetenz vorstellte, haben es bisher geschafft, die Pinneberger zu überzeugen, dass genau sie die richtige Person sind, die Stadt durch die schwierigen Zeiten zu führen. Die ruhige und gelassene Traudchen Perrefort (59), Kandidatin der FDP, Bürgernahen und Grünen, konnte hier noch am ehesten mit klaren Antworten und ihrer 40-jährigen Verwaltungskarriere im Pinneberger Rathaus punkten; seit 12 Jahren ist sie Fachbereichsleiterin für Bildung und Kultur.

Aber keiner der Kandidaten hatte an diesen zwei Abenden ein klares Konzept in der Tasche, wie sie als Bürgermeister die Haushaltssanierung unterstützen könnten, noch konnte sich einer von ihnen mit konkreten Vorschlägen für eine neue Stadtentwicklung profilieren. Bei den städtischen Dauerbrennern - Nutzung der Eggerstedt Kaserne, Westumgehung, Ansiedlung von neuem Gewerbegebiet und die Umgestaltung des Pinneberger Marktplatzes – gehen alle in die ähnliche Richtung und wollen die bisherige Politik fortführen. Die Pinneberger suchen noch vergeblich eine visionäre und führungsstarke Persönlichkeit. Es wäre ihnen zu wünschen, dass die Kandidaten kurz vor Schluss ihr Profil schärfen und ihren Bürgern so ihre Wahl erleichtern. Am kommenden Mittwoch, dem 31. Oktober, um 19 Uhr hätten sie bei der letzten der städtischen Vorstellungsrunden im Gemeindschaftshaus Waldenau dazu die Möglichkeit.

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