Uetersen : Führung durch das Rosarium: „Die Königin will hofiert werden“

Gerd Testorf (links) stellt Teilnehmern der Führung durch das Rosarium die Kletterrosen „Uetersener Rosenkönigin“ und „Uetersener Rosenprinzessin“ vor.
Gerd Testorf (links) stellt Teilnehmern der Führung durch das Rosarium die Kletterrosen „Uetersener Rosenkönigin“ und „Uetersener Rosenprinzessin“ vor.

Auswärtige Gäste genossen Führung durch das Uetersener Rosarium mit Rosenexperte Gerd Testorf.

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07. August 2018, 14:00 Uhr

Uetersen | Der Maronenbaum, an dem die Esskastanien wachsen, ist keine Kastanie, sondern gehört der Buchenfamilie an. Duftrosen sind weich und verblühen schneller als ihre festeren, duftlosen Schwestern. Duftrose „Rhapsody in Blue“ ist als einzige blaue Rose eine Besonderheit im Uetersener Rosarium. Um dies und noch viel mehr über die Königin der Blumen und andere botanische Besonderheiten zu erfahren, reisten am Sonntag Gartenliebhaber aus Tornesch, Pinneberg, Rellingen und sogar Hamburg an und lauschten interessiert den Worten des Gärtnermeisters Gerd Testorf.

Rosenzüchter im Ruhestand

Der Rosenzüchter im Ruhestand ist aktives Mitglied im Verein „Uetersener Rosenfreunde“, der sich ehrenamtlich um Gestaltung und Pflege des 5,2 Hektar umfassenden Rosariums kümmert. Zudem bietet der Verein von Juni bis September jeden Sonntag ab 10.30 Uhr eine kostenlose, anderthalbstündige Führung durch diesen größten norddeutschen Rosengarten mit seinen rund 30 000 Rosen von 900 Sorten an, beginnend beim Parkhotel-Eingang.

Wie und wann schneidet man Rosen zurück, wann und womit werden sie gedüngt, was ist mit der Schädlingsbekämpfung, wie macht man Rosen winterfest? Fragen über Fragen hatten die Gäste mitgebracht, auf die Testorf ausführlich einging. „Die Königin will hofiert werden“, sagte Testorf zum Thema Pflege. So werden Beet- und Buschrosen Ende März um Zweidrittel und im Juni nach der ersten Blüte bis zu dem ersten, mit fünf Einzelblättern voll ausgebildeten Blatt zurück geschnitten. Im März und im Juni erfolgt jeweils eine Düngung mit Kalk und Volldünger.

Häufigste Krankheiten

Gegen die häufigsten Krankheiten Mehltau, Sternrußtau oder Rosenrost sollten Rosen unbedingt vorbeugend behandelt werden. Schädlinge, wie die Blattlaus, sollten nur bekämpft werden, wenn der Befall das Wachstum der Rose zu sehr stört. „Ohrenkneifer, Marienkäfer – es gibt genug Nützlinge, die Blattläuse vertilgen“, so Testorf. Wichtig sei auch zu wissen, dass die Rose keine Verkrautung des Bodens duldet. Im Dezember werden Rosen für den Winter angehäuft und erhalten einen Schutz aus Tannenreisig.

Rosenveredelung

Doch nicht nur das Pflegethema gehörte zum Programm des Rundgangs. Der Rosenexperte verriet auch alles über Rosenanpflanzung und Rosensorten, erklärte die Unterschiede zwischen alten und neuen Sorten, demonstrierte die Rosenveredelung und die Bestäubung, ließ an Duftrosen schnuppern, erzählte aus der Geschichte des Rosariums und führte die jüngsten Neugestaltungen im Rosenpark vor.

Da der Verein für seine Arbeit auf Spenden angewiesen ist, endete Testorfs Rundgang beim Spendenstein. Die Gäste belohnten die tolle Führung mit etlichen Euros.

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