Bishorster Elbdeich : Frischer Wind für Open-Air-Kirche

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Eine Waage aus dem Fundus des kleinen Haselauer Heimatmuseums, ihr letztes Eichzeichen stammt aus dem Jahr 1949, stand im Mittelpunkt der Predigt der beiden Pastoren Andreas Petersen (Haselau) und Frank Schüler (Appen), in der sie beide zu gleichen Teilen Fragen zum Thema Gottesbeweis aufwarfen und vor Ort unter freiem Himmel am Bishorster Elbdeich das Für und Wider in die entsprechende Waagschale zu legen.

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25. Mai 2015, 21:04 Uhr

Und die rund 200 Besucherinnen und Besucher aus den Marschgemeinden, die bei idealem Wetter den „schönsten Gottesdienst im Jahr“ mit Blick auf die Elbe und Natur pur genossen, entschieden selbst mithilfe kleiner bunter Steine, welche der Schalen schwerer wog, die der Zuversicht und des Glaubens oder die des Zweifels und der enttäuschenden Erfahrungen. Frei nach den Gedanken des Philosophen Immanuel Kant könne keiner mithilfe der Logik beweisen, dass es einen Gott gebe, so Pastor Petersen – allerdings könne es auch niemand widerlegen. Der Gottesbeweis sei keine Sache der Logik, sondern eine Sache des Herzens.

Doch was Kirche in die zustimmende Waagschale werfe, sei, dass sich hier Menschen umeinander kümmern, dass sich ihre Mitglieder in einer Gesellschaft befinden, in der jeder und jede gleich wichtig sei, in der Pastorinnen und Pastoren zuhören können und in der jeder und jede willkommen sei, egal aus welchem Kulturkreis er oder sie stammt.

Und genau das bewies der schon zur beliebten Tradition gewordene Gottesdienst „achtern Diek“, von dessen Besuch alle Pastoren in ihren Kirchen nur träumen können: Die Konfirmanden aus Haseldorf, Hetlingen und Haselau hatten beim Aufbau mitgeholfen und übergaben mit einem strahlenden Morgengruß die extra ausgedruckten Gebets- und Liedertexte, Haselaus Kirchenmusiker Michael Horn-Antoni holte aus seiner kleinen „Spielzeug-Orgel“ – Pastor Petersen hatte den richtigen Elektro-Anschluss für die große, prächtige vergessen - anfangs etwas grummelnd das Beste heraus und nach dem beeindruckend großen Abendmahlskreis gab es Kuchen, Kaffee, Laugengebäck und andere unzählige Leckereien für all die, die in der langen Schlange Geduld bewiesen und in der Zeit die vielen Lämmer auf dem Deich zählten.

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