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Uetersener Nachrichten

24. November 2017 | 19:49 Uhr

Fachkraft : Freiwillig für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist nicht nur eine Premiere für die Schutzgebietsbetreuung. Zum ersten Mal beschäftigt der Nabu einen BFDler, also einen Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes. Mit diesem Dienst soll die Lücke geschlossen werden, die nach dem Wegfall der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes gerissen wurde.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2011 | 20:42 Uhr

Nabu-Schutzgebeitsbetreuer Uwe Helbing kann sich zudem freuen, denn mit Kurt Belzer hat es einen echten Experten nach Haseldorf geführt. Der 28-Jährige ist ausgebildeter Forstwirt, hat auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht und studiert Umweltschutz an der Fachhochschule Bingen in Rheinland-Pfalz.

Wie sich das Haseldorfer Naturschutzgebiet entwickelt, kann unter anderem mithilfe von Vogelzählungen ermittelt werden und darin ist Belzer sehr erfahren. In seiner Heimat – er ist am Rhein geboren und hat sein Fachabi in Bayern gemacht – gebe es hauptsächlich Singvögel, erklärt der Mann mit dem freundlichen Blick. In Haseldorf könne er also eine neue Vogelwelt kennenlernen. Rund 200 Arten gibt es in dem Reservat.

„Ich bin am liebsten den ganzen Tag draußen“, erklärt Belzer. Den „Bürokram“ mag er nicht so. Und damit ist für ihn im Haseldorfer Naturschutzebiet immer etwas zu tun. Mal hat sich ein Schaf im Zaun verheddert, dann ist Müll aufzusammeln. Tote Vögel werden nach Sturmfluten angeschwemmt und müssen ebenso entsorgt werden wie angeschossene Gänse, die im Naturschutzgebiet verendet sind. Aber auch Öffentlichkeitsarbeit muss der BFDler leisten, etwa am Stand des Nabu auf dem Wedeler Weihnachtsmarkt.

Der Weg in den hohen Norden hat für den Rheinland-Pfälzer noch einen zweiten Grund. Im Rahmen eines Praxissemesters will er seine Bachelor-Arbeit über die Vogelwelt der Haseldorfer Marsch schreiben. Das Thema möchte er in Absprache mit Uwe Helbing finden. Von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Arbeit soll auch die Nabu-Station profitieren. Was er in den ersten Tagen im Elbmarschenhaus gesehen hat, scheint ihm gefallen zu haben. Eine Schutzgebietsbetreuung würde Belzer nach dem Ende des Studiums gern übernehmen. Aber auch Renaturierungsmaßnahmen interessieren ihn. Es gebe zum Beispiel in Süddeutschland einige Steinbrüche, die früher ausgebeutet wurden, erklärt er, und jetzt der Natur zurückgegeben werden sollen. www.elbmarschenhaus.de

Freiwillige sind wichtig für die Schutzgebietsbetreuung Bisher hat für die Schutzgebietsbetreuung Haseldorfer Binnenelbe ein Zivildienstleistender gearbeitet, der jetzt durch den Mann aus dem Bundesfreiwilligendienst ersetzt worden ist. Kurt Belzer engagiert sich für ein Jahr beim Nabu.

Außerdem gibt es im Elbmarschenhaus drei Absolventen des „Freiwilligen ökologischen Jahres“ (FöJ). Wegen der Sparmaßnahmen der schwarz-gelben Landesregierung wird ab Sommer 2012 eine Stelle für ein Jahr nicht besetzt werden können. (tp)

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