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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 16:33 Uhr

Pfingsten : Freier Geist unter freiem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein buntes Völkchen war am Pfingstsonntag am Elbdeich bei Bishorst zusammengeströmt, zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem schwarzen Shuttle-Bus, wenn die Bewältigung der langen Strecke vom Parkplatz am Deekenhörn über den Elbdeich dann doch zu beschwerlich war.

Geladen hatten die Kirchengemeinden aus Marsch und Geest zum Pfingstgottesdienst unter freiem Himmel, kein Problem bei dem herrlichen Wetter und in der idyllischen Umgebung. Die Initiatoren hatten die Wiese am Deich ein großes Stück kurz abgemäht, etwa 100 Stühle aufgestellt, einen kleinen Altar auf der Wiese errichtet, Lautsprecher und die elektrische Orgel für Kantor Michael Horn-Antoni installiert und ganz viele Kaffeekannen, Tassen, Kuchen und Pappteller für den „Schmaus danach“ hinter den Deich geschleppt. Die einmalige Kulisse mit Weiden, Pappeln und Wiesen, Kühen und Schafen und im Hintergrund das blaue Band des Elbarmes mit den weißen Dreiecken der Segel bebilderte die Schöpfung, von der in der Predigt des Öfteren die Rede war und vor Beginn sorgten der Ruf des Kuckucks und der Gesang der Lerchen für die Einstimmung in das Thema des Heiligen Geistes, der zu Pfingsten für Verständigung sorgt.

Freundlich empfangen wurden die vielen Gäste, die Stühle reichten längst nicht aus, von jungen Konfirmandinnen, die das Programm und die Lied- und Gebets-Texte auf buntem Papier gedruckt bereit hielten.

Je eine Farbe stand für eine Gemeinde, Programme auf weißem Papier für die Haseldorfer und Hetlinger, blau für die Seesteraner, die Moorreger und Heistmer bekamen das Faltblatt in rot, die Appener in lila, die Haselauer in gelb, alle übrigen eines in grün. Die Vielfältigkeit der Gemeinden sollten dadurch zum Ausdruck kommen und der gemeinsame Geist, der sie immer wieder ohne Druck und Zwang beflügle, so Pastorin Vivian Reimann-Clausen, die mit ihrer hohen Gestalt und ihrer ansteckenden Fröhlichkeit Löwenzahn-Blüten und Pusteblumen als Sinnbild für die sich ständig verändernde Schöpfung an die andächtig lauschende Gemeinde verteilte.

Pastorin Bettina Feddersen, die eine extra für Pfingsten gedachte, von ihr selbst entworfene, in Guatemala gewebte und in leuchtenden Farben gehaltene Stola trug, erinnerte an den Zeitgeist, der die meisten Menschen antreibt. Der setze uns unter Druck, immer fit, jung und dynamisch zu bleiben. Der lebendige göttliche Pfingstgeist hingegen hetze niemanden – im Gegenteil – er entspanne und lasse uns durchatmen. Mit ihm brauche keiner Anti-Aging-Produkte, egal, wieviel Falten er habe.

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erstellt am 28.Mai.2012 | 21:26 Uhr

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