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Fachtagung : Frauen und ihr Job in der rechten Szene

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Pädagogen, Präventionskoordinatoren, Sozialarbeiter, kriminalpräventive Räte und Stadtjugendpfleger wollen ihren Kampf gegen politischen Extremismus verstärken. Darauf verständigten sie sich während einer Fachtagung, organisiert vom Jugendschutz des Kreises Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 18:26 Uhr

Erstmals stand dabei die Rolle von Mädchen und Frauen in der rechtsradikalen Szene im Mittelpunkt, „ein oftmals wenig beachtetes und vernachlässigtes Thema“, sagte Jugendschützer Jörn Folster. Auch bei Mädchen sei das Jugendalter die typische Einstiegsphase. „Jugendliche stehen wie keine andere Zielgruppe im Fokus der rechten Szene“, so Folster.

Till Stehn, Tagungsreferent und Mitarbeiter des Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Itzehoe, hält es daher für unerlässlich, in der Prävention nicht nur frühzeitig, sondern gut informiert anzusetzen.

Studien zu Folge sind etwa ein Drittel der Mitglieder der rechten Szene Frauen. Sie werden zwar eher als unpolitisch wahrgenommen, kommen als Freundinnen oder Ehefrauen in die Gruppe, versuchen aber nach Beobachtungen von Szenekennern immer häufiger, sich aus dem Bild der passiven Mitläuferin herauszulösen und selber politisch aktiv zu werden. Für die Rechtsextremisten seien Frauen durchaus wichtig, sagte Till Stehn. Zwar tauchten sie selten im Zusammenhang mit Gewalttaten auf, würden der rechten Szene aber zuarbeiten, indem sie Räume anmieteten, Kredite aufnehmen oder Demos organisierten. Dass rechtes Gedankengut bei Frauen ebenso verbreitet ist wie bei Männern, gilt unter Experten inzwischen als unstrittig.

Das Thema, so der Kreisjugendschützer Jörn Folster, sei ein komplexes und könne etwa Pädagogen durchaus überfordern. „Deshalb ging es uns auch darum, das Netzwerk zu stärken und allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, in einen Dialog einzusteigen.“ Jeder, der Hilfe braucht, soll wissen, wen er ansprechen kann.

30 Teilnehmer begrüßte Folster zur Fachtagung, darunter Vertreter von Grundschulen. Das Thema ist auch hier angenommen. Mitnehmen konnten sie am Ende eine Infobox mit ausgewählten Materialien und Informationen zum Problem des Rechtsradikalismus’. „Bausteine gegen Rechtsradikalismus“ ist eine Sammlung mit Hinweisen für Eltern, Erklärungen zu rechtsextremen Internetauftritten, Codes und Styles derjenigen, die einer radialen politischen Gruppierung angehören.

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