PRD Energy : Fracking-Firma auf Rückzug

Ihren Rückzug aus Deutschland und damit aus dem sogenannten Erlaubnisfeld Elmshorn hat die Fracking-Firma PRD-Energy angekündigt. Das kanadische Unternehmen will seine Mitarbeiter in Deutschland zum 31. August entlassen, sein deutsches Büro schließen und seine Lizenzen abtreten. Das gab es in einer Pressemitteilung bekannt. PRD hält nach eigenen Angaben sechs Förder- und zehn Explorationslizenzen in Norddeutschland.

shz.de von
30. Juli 2015, 19:39 Uhr

„Die Erfahrungen bis heute und die kurzfristigen Aussichten haben die Firma zu dem Schluss geführt, dass die in dem deutschen Einzugsgebiet verfügbaren Möglichkeiten für eine Firma von der Größe und dem Entwicklungsstand von PRD zurzeit nicht rentabel sind“, heißt es in der in Englisch verfassten Verlautbarung auf der Internet-Seite des Unternehmens. Wesentlich für die Entscheidung sei der drastische Fall der globalen Rohstoffpreise. Das Unternehmen führt zudem einen andauernden Widerstand der Behörden zur Genehmigung nordamerikanischer Bohr- und Arbeitsverfahren an.

Dadurch könne PRD die erforderlichen Strategien zur Kosteneinsparung nicht umsetzen. Nicht zuletzt hätten kürzliche Lizenzänderungen die Erwartungen eines wirtschaftlichen Arbeitens in Schleswig-Holstein zerstreut. So hatte Energieminister Robert Habeck zum Jahresbeginn den Förderzins für Erdöl und -gas von 21 Prozent auf die vom Bundesberggesetz festgelegte Maxmimalhöhe von 40 Prozent heraufgesetzt.

PRD hatte sich auf die Arbeit in deutschen Ölfeldern konzentriert. „Unser langfristiges Ziel ist es, zu den Top-Unternehmen der Öl- und Gasbranche in Deutschland zu gehören“, heißt es auf der Internet-Seite. Die Entscheidung zum Rückzug betrifft damit das gesamte Unternehmen. Am Firmensitz in Calgary will PRD die Zahl technischer Mitarbeiter reduzieren und weitere Einsparungen vornehmen. Unter anderem stehen ein Verkauf, eine Rekapitalisierung oder die Auflösung der Firma im Raum.

Bernd Biggemann vom Vorstand der Kreisgruppe Pinneberg im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagte gestern: „Wir freuen uns, dass sich die Firma zurückzieht, aber wir müssen natürlich wachsam bleiben.“ Solange in Deutschland kein generelles Frackingverbot herrsche, aber Kohlenwasserstoffe im Boden lagerten, bestehe die Gefahr, dass weitere Firmen Aufsuchungserlaubnisse beantragten. Mit einem Regierungswechsel könnte der abschreckend hohe Förderzins sinken. Wenn zudem die Rohstoffpreise stiegen, würde das Fracking wieder rentabel werden. Nicht zuletzt würden die geplanten Freihandelsabkommen die Hürden für ein Frackingverbot höher legen.

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