zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 12:49 Uhr

Problem : Frachter steckte 24 Stunden fest

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ging nicht vor und nicht zurück. Ein Frachtschiff steckte seit Donnerstagabend etwa 24 Stunden lang in der Pinnau bei Neuendeich fest. Erst mit der Flut gestern gegen 19.30 Uhr konnte der Schlepper „Windrose“ aus Stade die 67 Meter lange und 8,50 Meter breite „Steinau“ befreien.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 23:08 Uhr

Der Frachter hatte 880 Tonnen Zellulose geladen, die Kapitän Reinhold Kruse nach Uetersen zur Papierfabrik „Stora Enso“ bringen sollte. Auf dem Weg flussaufwärts geriet das Großmotorgüterschiff (GMS) vor dem Hafen Klosterdeich in seichtes Gewässer. An der Spitze der Landzunge zwischen Hafen und Pinnau lief es auf Grund.

Das Problem: „Die Flüsse versanden immer mehr“, sagte Polizeioberkommissar Roland Specovius, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei Glückstadt. Nur die Frachtschiffe wirbeln den Schlick auf, allerdings fahren pro Monat nur noch neun Stück. Die Verschlickung wurde für Kruse zum Verhängnis. Auf dem Weg nach Uetersen müssen die Schiffe vor dem Sportboothafen eine Rechtskurve nehmen. Deren Innenseite ist jedoch so verschlickt, dass die Kapitäne diesen Grund in großem Bogen umfahren müssen. Eine Stange mit Büscheln, eine sogenannte Pricke, dient ihnen als Markierung. Da die Fahrrinne dadurch eng ist, müssen die Schiffe die Kurve exakt nehmen. Das gelang Kruse am Donnerstag aber offensichtlich nicht. Obwohl Flut herrschte, konnte er den 400-PS-Kahn nach der Pricke nicht rechtzeitig nach rechts lenken und blieb gegen 20 Uhr links von der Fahrrinne stecken.

Mitglieder des Wassersportvereins Uetersen, der den Hafen betreibt, versuchten zu helfen. Vereinsmitglied Kay Schikora berichtete, dass sie an einer Dalbe ein Seil befestigten, das in eine Winde an Bord eingespannt war. Der Kapitän wollte das Schiff dadurch freiziehen – vergeblich.

Specovius sagte: „Als das Wasser ablief, wurde das Sperrwerk geschlossen.“ Bei Ebbe hätte die „Steinau“ sonst auseinanderbrechen können. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg erteilte dem Frachter ein Weiterfahrverbot. Er durfte nur noch bis Uetersen fahren, um die Ladung zu löschen. Um 20.15 Uhr legte er dort gestern an. Ein Besichtiger von der Versicherung wird den Kahn auf Schäden untersuchen. Die „Steinau“ ist bereits 90 Jahre alt.

Herbert Malysz vom Wassersportverein warnte: „Die machen den gleichen Fehler hier wie auf der Krückau.“ Wegen der zunehmenden Verschlickung wurde der Schiffsbetrieb zur Firma Peter Kölln dort eingestellt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert