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Holocaust-Gedenktag : Flucht, das aktuelle Thema

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Beeindruckend, hochaktuell, anrührend und nachhaltig nachdenklich stimmend war, was die Schülerinnen und Schüler von insgesamt sieben Elmshorner Schulen zum Gedenktag der Opfer des Naziregimes am Mittwoch im Saalbau der Freien Waldorfschule Elmshorn auf die geräumige Bühne stellten. Vor allen Dingen gelang es den Jugendlichen, mit ihrem Thema „Flucht – damals und heute“ deutlich werden zu lassen, warum das Asylrecht in der Bundesrepublik auch heute im Grundgesetz nur so und nicht anders ausgelegt werden kann und darf.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 18:47 Uhr

Die beiden charmanten Moderatoren Annika (16) und Bent (19) schlugen den Bogen von den furchtbaren Ereignissen der Nazi-Zeit in ihrer Stadt zu den Flüchtlingen, die heute um Aufnahme, Sicherheit, Unterkunft und Frieden bittend vor der Tür stehen, und verdeutlichten Diskriminierung, Gewalt und mangelndes Einfühlungsvermögen damals und jetzt.

Veranstalter dieses Gedenktages, der in vielen Kommunen im Kreis Pinneberg am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz begangen wird, war hier die Stadt Elmshorn zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine für Elmshorn“. Die künstlerische Leitung hatte Anna Haentjens wie in jedem Jahr übernommen.

Vor „ausverkauftem“ Saalbau – ein Eintritt wurde nicht erhoben, aber um Spenden gebeten - schlugen die Schülerinnen und Schüler der Bismarckschule zuerst die Annalen des jüdischen Friedhofes in Elmshorn auf, begleiteten das mit Klezmermusik von David Orlowsky, die Musiklehrer Matthias Wichmann mit ihnen einstudiert hatte, gefolgt von einer Eigenkomposition von Wichmann.

Elsa-Brändström-Schüler sangen das alte „Lied der Flüchtlinge“, das heute erschreckende Aktualität erhält, und Maria Schinkel und Janne Otto aus der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule diskutierten in einem spannenden Dialog mit allen häufig gestellten Fragen, hinlänglich bekannten Vorurteilen und Argumenten die Situation der Flüchtlinge: „Die bekommen doch mehr als jeder Hartz IV-Empfänger.“ „Stimmt nicht, sie bekommen weniger und müssen teilweise noch in Massenunterkünften wohnen“.

Es folgte eine großartige Textcollage der Freien Waldorfschule. Die Schülerinnen und Schüler stellten sich auf der Bühne und im Saal vor, wie es ihnen erginge, wenn der Krieg hier ausbrechen würde und sie die Heimat, Freunde und Familie verlieren würden.

Elmshorns Schülerinnen und Schüler haben viel versprechende musikalische Talente unter sich: Alina Persson komponiert und textet eigene Lieder, ebenso Vageli Pateras mit seinem melodischen Rap „Horizontalmusik“. Ebenso talentiert Jonas Machatzke mit seinem Violinenspiel. Begeisterte Stille ganz zum Schluss, als der Kantor der jüdischen Gemeinde Elmshorn, Elija Schwarz aus der jüdischen Liturgie mit seiner wunderbaren Stimme den Kaddisch sang.

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