Quiltkunst : Flickenwerk in der Moorreger Kirche

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Kirche, da ist sich Moorreges Pastor Stefan Weißflog sicher, ist immer nur so gut wie die Gemeinschaft der Menschen, die zu ihr gehören. Seine Kollegin Vivian Reimann-Clausen wollte ein Symbol für das Miteinander in Heist und Moorrege schaffen, zum Jubiläum der St. Michael Kirche (2010) zeigen, wie die Menschen in beiden Dörfern zusammenstehen.

shz.de von
31. Juli 2012, 19:12 Uhr

Mit einiger Verspätung ist das jetzt gelungen, der 50. Geburtstag des Gotteshauses hat ein attraktives Nachspiel: Vereine und Verbände gestalteten jeweils ein Stück Stoff nach eigenen Ideen, fünf Frauen machten daraus einen Quilt, einen einmalig schönen Wandbehang. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das Unikat bereits im Rahmen eines Gottesdienstes. In den kommenden Monaten nun wird es einen Platz im Gemeindehaus bekommen.

Im April 2011 bekamen die Vereine und Verbände ein Stück weißen Stoff mit der Bitte, sich innerhalb von drei Monaten darauf zu verewigen. Was es damit auf sich hatte, erfuhren sie ebenfalls: Zum Jubiläum der Kirche sollte die Gemeinschaft der Menschen in Moorrege und Heist für jedermann sichtbar werden. In der Gestaltung waren alle Institutionen vollkommen frei. Zwar kamen bei weitem nicht alle Angeschriebenen der Bitte nach, diejenigen, die sich angesprochen fühlten, schufen jedoch kleine Kunstwerke. Da wurde gezeichnet, gestickt, es wurden Motive aufgebügelt und aufgeklebt. Sportvereine und Sportclubs, AWO und DRK, Kindergärten und Chöre, Diakonie, Kulturschaffende und natürlich die Kirche hinterließen auf den quadratischen Tüchern ihre Logos, Teile der Satzungen, Sinnsprüche, Bilder, eben sich.

Einen ersten Eindruck von der Gestaltungsvielfalt bekam die Öffentlichkeit bereits im Juni 2011, als während eines Gottesdienstes die 30 Stoffbilder an einer Wäscheleine hängend zu sehen waren. Zu dem Zeitpunkt waren sich die Initiatoren, darunter auch Ruth Stahl, Leiterin des kirchlichen Handarbeitskreises, nicht ganz einig, wie weiter zu verfahren sei. Der Knoten platzte nach einem Gespräch mit der Patchwork-Spezialistin Barbara Buckesfeld. Sie schlug vor, einen Wandbehang zu quilten, und sagte gleichzeitig ihre Hilfe zu.

Gemeinsam mit Elke Jensen, Sindit Mierisch und Renate Lorenzen legten die beiden Damen los. Sie kauften grünen Fahnenstoff für die Rückseite und die Streifen zwischen den „Flicken“. „Darauf wirkten die Teile der Vereine sehr gut“, sagte Barbara Buckesfeld. Sie war es, die am Ende zu Hause das Zusammennähen übernahm. Bis dahin arbeiteten die fünf Damen gemeinsam, bügelten, schnitten zu, stopften aus. „Unsere Dörfer bestehen aus vielen Elementen, und das Miteinander ist stark ausgeprägt“, sagte Stefan Weißflog. Das, so der Pastor, symbolisiere der Wandteppich in besonders anschaulicher Weise. Wenn er im weiteren Verlauf des Jahres irgendwann seinen Stammplatz bekommt, wird es wohl eine weitere kleine Zeremonie geben.

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