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Bürgermeisterwahl : „Fleißiger Verwaltungsbeamter“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auch für Elmshorn gilt: Das Jahr 2013 ist ein sogenanntes „Superwahljahr“. Denn neben der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Bayern und Hessen sowie diversen Wahlen zu Kreistagen, Stadtvertretungen und Gemeindevertretungen, ist in der Stadt der Posten von Bürgermeisterin Brigitte Fronzek neu zu vergeben.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2013 | 18:37 Uhr

Fronzek steht nämlich nicht für eine vierte Amtszeit zur Verfügung. Somit ist nun der Bürgermeisterwahlkampf in Elmshorn eröffnet, wobei es ein wirklicher Kampf kaum werden dürfte. Denn bisher gibt es nur einen Kandidaten: den parteilosen Volker Hatje, der im Sommer 2009 mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP in die Position des Ersten Stadtrates Elmshorns gewählt wurde.

Als Kandidat vorgeschlagen wurde Hatje nun von der SPD, nachdem ihm im vergangenen September bereits die Elmshorner Christdemokraten eine Kandidatur für die CDU angetragen hatte. Insofern ist es wahrscheinlich, dass die Sozialdemokraten am 7. Februar auf ihrer Mitgliederversammlung für den Kandidaten stimmen. Hatje wäre damit seit langer Zeit der erste Bürgermeister Elmshorns, der nicht Mitglied der SPD ist. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten des Kreises Pinneberg, Ernst Dieter Rossmann, ist wichtiger als das richtige Parteibuch, dass ein Bürgermeister „den sozialdemokratischen Geist aufnimmt“. Und auch bei der CDU freut man sich mit und ist laut CDU-Stadtverbandschef Christian Saborowski froh, dass die SPD zum gleichen Ergebnis gekommen ist. Und auch die FDP will den „ausgewiesenen Verwaltungsfachmann“ unterstützen, so Fraktionschef Jens Petersen. Dies alles mittragen wollen jedenfalls die Grünen nicht. Zwar ist auch für sie Hatje ein „fleißiger Verwaltungsbeamter“, wie die Sprecherin des Vorstandes, Regine Wilms, verlauten ließ, aber zu einem politischen Konzept und Visionen für die Stadt Elmshorn, über die bisherigen Prozesse der Stadtentwicklung hinaus, habe sich Hatje bisher noch nicht geäußert. „Bekanntheit und Verwaltungskompetenz können nur als nachgeordnete Kriterien gelten. Um unsere Wähler zu überzeugen, muß sich ein Kandidat deutlich mehr ins Zeug legen“, sagte Wilms. Und weiter: „Auch wenn sich die großen Fraktionen einig sind, entscheiden doch die Bürger. Offensichtlich wird das vergessen, wenn man sich im Konsens auf einen in der Verwaltung bewährten und bekannten Kandidaten abspricht. Warum sollten die Bürger zur Wahl gehen, wenn der Anschein erweckt wird, es käme auf die Stimme der Elmshorner Bürgerinnen und Bürger sowieso nicht an? Da wird man auch von der gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl nicht profitieren können.“ Auch der grüne Vorstandsprecher und Stadtverordnete Rainer Naske hielt sich mit Lob für Hatje eher zurück: „Die gute Zusammenarbeit und Kommunikation von Herrn Hatje mit allen Fraktionen können wir leider nicht bestätigen“, so Naske nüchtern. Für ihn ist klar, dass es auch in Hatjes Interesse läge, wenn ein qualifizierter Gegenkandidat existierte. Die Grünen sehen aber momentan noch niemanden der bereit wäre, für eine derart vorbestimmte aussichtslose Position zu kämpfen. „Wir wollen da auch niemanden verheizen,“ so Regine Wilms.

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