Situation von Flüchtlingen : Fischer: Wir brauchen Helfer

„Mit unserem Zuschuss wollten wir die Arbeit, die in den Kommunen geleistet wird, unterstützen. Im kommenden Jahr wird das Betreuungsgeld auf 90 Euro steigen, weil wir sehen, dass der Bedarf groß ist.“ Das hat Grünen-Landtagsabgeordnete Ines Strehlau bei einem Informationsbesuch in den Räumen des Diakonievereins Migration in Pinneberg versprochen. Sie begegnete damit der massiven Kritik, die Ludger Fischer, Leiter des Diakonievereins Migration, geübt hatte.

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02. Januar 2015, 21:07 Uhr

Derzeit unterstützt das Land Schleswig-Holstein die Flüchtlingsarbeit mit 64 Euro pro Kopf und Quartal. „Das ist viel zu wenig. Damit steht uns ein Sozialarbeiter für 1000 Flüchtlinge zur Verfügung“, klagte Fischer.

Bisher nehmen nur wenige Kommunen eigenes Geld in die Hand, um hauptamtliche Betreuer einzustellen. Rellingen, Halstenbek und Quickborn gehören dazu. Jetzt hat der Diakonieverein einen Mitarbeiter in Teilzeit eingestellt, der alle Flüchtlinge abholt, sie auf dem ersten Weg zum Rathaus und in die Unterkunft begleitet und ihnen erste wichtige Hinweise gibt. Fischer bemängelte, dass die Asylsuchenden zu früh auf die Kommunen verteilt würden, dass es zu wenig Deutschkurse gebe, dass die Schulen nicht hinreichend auf die Flüchtlingskinder eingestellt seien und dass es zu wenig bezahlbare Unterkünfte gebe. Die Mitarbeiter des Diakonievereins öffnen die Integrationskurse, die eigentlich nur für Menschen mit gesichertem Aufenthalt gelten, um dort auch Flüchtlinge zu beschulen. „Das klingt wie ein Fortschritt. Doch in Wahrheit haben wir zu wenig Dozenten und ihre Lehrtätigkeit wird nur unzureichend honoriert“, machte Fischer deutlich. „Die Landesregierung und die Regierungsfraktionen haben reagiert und mit dem Haushalt 120 Lehrerstellen für Deutsch als Zweitsprache zur Verfügung gestellt. Auch die Mittel für die Einstiegsdeutschkurse an den Volkshochschulen sind deutlich erhöht worden“, sagte die Landtagsabgeordnete. Schleswig-Holstein wolle die Flüchtlinge willkommen heißen und ihre Integration fördern. „Dafür wollen wir gute Bedingungen schaffen“, so Strehlau. Zum Glück gebe es viele Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge engagierten.

Ines Strehlau berichtete, dass im kommenden Haushalt drei Millionen Euro für kommunale Unterkünfte im Haushalt eingestellt sind. Aus den Mitteln können Kommunen einen Zuschuss für Umbau- oder Sanierungsarbeiten in eigenen Unterkünften bekommen. Die Richtlinien dafür werden gerade im Innenministerium erarbeitet. Außerdem könnten Kommunen Mittel aus dem Städteförderungsprogramm beantragen.

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