zur Navigation springen

Tag der Artenvielfalt : Fische mit Beinen und seltener Glibber

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist kaum größer als eine Erbse, schimmert grüngelb, hat braune Punkte und klebt an dem Blatt einer Wasserpflanze. Janina greift es mit den Fingern. „Fühlt sich weich an“, sagt die Zehnjährige. Hat sie eine der seltenen Teichpflaumen gefunden?

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2012 | 21:04 Uhr

Die rund 180 Fünftklässler der Klaus-Groth-Schule Tornesch (KGST) haben gestern die Liether Kalkgrube erkundet. Ausgerüstet mit Keschern, Becherlupen und Beobachtungskästen suchten sie nach allem, was kreucht und fleucht. Die Gemeinschaftsschule hatte den Tag der Artenvielfalt ausgerufen, der bundesweit bereits am Sonnabend begangen worden war.

Es galt, Pflanzen und Tieren zu bestimmen, was sich in dem Naturschutzgebiet lohnt, denn dort gibt es viele seltene Arten. Die Kinder hatten Erfolg: Marvin fing einen Moorfrosch. Janina entdeckte einen Fisch mit Beinen. „Das sind Libellenlarven, das gefräßigste Volk, das es im Teich gibt“, erläuterte Holger Hansen von der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch, die das Naturschutzgebiet pflegt. Auch Kaulquappen, Wasserläufer und Larven der Kleinlibelle lasen die Jungen und Mädchen aus ihren Keschern. Anhand von Büchern bestimmten sie die Arten. Biologie- und Physiklehrerin Karen Strenge half dabei. Wörtlich ein Höhepunkt war die Besteigung des Gipshuts in der Kalkgrube. „Willkommen auf dem höchsten Berg Nordeutschlands“, sagte Wilfried Brumm von der Kulturgemeinschaft. Er erläuterte den Schülern, dass das Gestein die Spitze eines acht Kilometer tiefen Salzstocks darstellt. Andere Besucher dürften sie nicht betreten, sonst würde sie schnell schrumpfen. Strenge wollte die Kinder mit der Aktion an die Patenschaft der KGST für das Naturschutzgebiet heranführen. Traditionell sollen die Jungen und Mädchen während ihrer Schullaufbahn Findlinge reinigen, Birkentriebe entfernen, die Gewässer analysieren. Die Lehrerin ist stolz: Die Patenschaft ist ein Grund dafür, dass die KGST in der vergangenen Woche zu einer von 22 Zukunftsschulen in Schleswig-Holstein ernannt wurde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert