Sportanlage grosser Moorweg : Finanzielle Auswirkungen unklar

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Nicht ohne Emotionen verlief in der Sitzung des Finanzausschusses die Diskussion um die von der Verwaltung dargestellte Gesamtfinanzierung für die Verlagerung des Sportplatzes Friedlandstraße an den Großen Moorweg und die damit verbundenen sieben Punkte des Beschlussvorschlages.

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30. November 2012, 20:40 Uhr

Nach einer langen Diskussion, in der die Grünen der Verwaltung sowie CDU und SPD „Salamitaktik“ vorwarfen, wurden aus den sieben Punkten fünf, aber auch die wurden von den Grünen abgelehnt.

„Ich frage mich, was wir eigentlich beschließen wollen, denn dem Wirtschaftlichkeitskonzept des Sportplatzes am Großen Moorweg liegen Zahlen zugrunde, die aus unserer Sicht nicht belastbar sind“, sagte die Grünen-Politikerin Christiane Clauß. Es gehe um das Ziel, konterte die SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann: „Es gibt welche, die wollen, dass es zu einem Sportplatz am Großen Moorweg kommt und es gibt welche, die den Sportplatz nicht oder möglichst spät wollen.“ Die Verwaltung hatte dargelegt, dass anhand des vom FCU vorgelegten Wirtschaftlichkeitskonzeptes die Stadt die Sportanlage pachtfrei zur Verfügung stellt, die Pflege der Anlage mit jährlich 40000 Euro übernimmt, in den ersten vier Jahren die für den Betrieb mit Soccerhalle und Gastronomie zu erwirtschaftende Pacht staffelt und ausgleicht sowie die Kosten für eine Anlauffinanzierung in Höhe von 80000 Euro leistet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass zwischen den geschätzten Investitionskosten von 5,5 Millionen Euro und dem geschätzten Verkaufserlös für das Friedlandstraßengrundstück in Höhe von 3,5 Millionen Euro eine erhebliche Lücke klafft.

„Man muss doch wissen, was auf die Stadt finanziell mit dem Sportplatz zukommt“, so Christiane Clauß. Bürgermeister Roland Krügel merkte an, dass die Ausschreibung des Grundstückes Friedlanstraße vorbereitet wird und Mitte Januar 2013 mit Bebauungsvorschlägen und Preisangeboten zu rechnen ist. Denn auch Joachim Reetz (CDU) hatte angemerkt, dass der Pachtvertrag erst geschlossen werden könne, wenn klar sei, wie hoch die Finanzierungslücke ist. „Es gibt auch ein wirtschaftliches Ziel. Bei den Pflegekosten wurde das zumindest verfehlt, denn die sollten bei der Sportplatzverlegung nicht mehr von der Stadt getragen werden“, brachte Frank Schöndienst (FDP) in Erinnerung. Er verwies darauf, dass der FCU auch in die finanzielle Verantwortung eingebunden werde müsse: „Dies kann durch Gründung einer Genossenschaft als Betreibermodell erfolgen.“ Es gehe nicht um das Konzept des FCU, das habe Hand und Fuß, es gehe mit dem „Sahnehäubchen Sockerhalle“ um die finanziellen Auswirkungen für die Stadt, betonten die Politiker unisono und fassten (ohne die Grünen) folgenden Beschluss:

Beschlussfassung

1. Das vom FCU Tornesch vorgelegte Wirtschaftlichkeitskonzept wird zur Kenntnis genommen. 2. Die für die Sportanlage am Großen Moorweg erworbenen Grundstücke werden von der Stadt dauerhaft pachtfrei zur Verfügung gestellt. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, bis zur nächsten Sitzung des Finanzausschusses (Februar 2013) die Gründung des Eigenbetriebes „Neue Grundstücksgesellschaft Tornesch“ vorzubereiten und die beabsichtigte Gründung bei der Kommunalaufsicht anzuzeigen. 4. Nach Feststellung einer etwaigen finanziellen Deckungslücke legt die Verwaltung die finanziellen Auswirkungen für die Stadt und einen Vorschlag für einen Pachtvertrag vor. 5. Alternativ zur Gründung einer „Neuen GGT“ soll die Gründung einer Genossenschaft geprüft werden.

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