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Appen Classics : Finale mit einer Träne im Knopfloch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Großes, opulentes Finale der Appen Classics: Das Team um Cheforganisator Michael Herm hat zum letzten Mal alles in ein quietschbuntes, vier kurzweilige Stunden dauerndes Konzert gepackt, was fein, edel, modern und barock, aber eben Klassik aus der obersten Schublade ist und die dazugehörigen hochkarätigen Künstlerinnen und Künstler.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 18:56 Uhr

Fast zehn Jahre mit Unterbrechungen hatte das alljährliche Konzert im Bürgerhaus zu den „Must have“ der Klassik-Musik-Fans der Region gehört, nach gehöriger Pause zu den Sommerkonzerten des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals gehörte es zu den guten Tönen, einmal im Jahr in den balkengestützten Saal des urigen Appener Kulturzentrums zu pilgern. Und es war eine treue und begeisterte Fan-Gemeinde, schon Stunden nach Bekanntgabe des Programms, so die Initiatoren, war das Ereignis oftmals ausverkauft.

Letztendlich machte die Bürokratie dem beliebten Event den Garaus: Brandschutz und Gema wurden zu so großer Belastung, dass die Organisatoren erst kurz vorher den Weltklasse-Künstlern zusagen konnten – und die sind oft schon Jahre vorher ausgebucht. Wie groß der zukünftige Verlust ist, machte wieder ein ausverkauftes Bürgerhaus deutlich, ein harmonisch miteinander arbeitendes Organisations-Team hatte sympathische Künstler herbeigerufen, die zügig und meist mit eigener Moderation eine musikalische Reise um die ganze Welt und durch Jahrhunderte anboten.

Eröffnet wurde das Ganze von der Gruppe „Los Temperamentos“, die mit barocken Instrumenten wie Barockgitarre, Cello und Geige und Blockflöten wunderbare südamerikanische alte Volksmusik spielten, dazu die beeindruckend klare Stimme von Swantje Tams Freier. Beinahe schwindelig wurde dem Zuhörer bei den rasenden Tonfolgen auf den Akkordeons des Duos Kratschowski die Auszüge aus Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, später das berühmte lateinamerikanische „Besame Mucho“ und internationale Interpretationen spielten und bewiesen, dass das „Schifferklavier“ in den richtigen Händen so viel mehr kann als Seemannsgeschunkel.

Ganz viel und noch mehr Aufmerksamkeit verdiente der liebenswerte Litauer Martynas Svegzda von Bekker, der mit drei Eigenkompositionen auf der Violine hervorragte, eine davon war seinen bei der Revolution in Georgien getöteten Freunden gewidmet. Genial und nie zuvor gehört lustig das „Mückenmassaker“ an der Harfe von Gesine Dreyer, ebenso komisch die Vorstellung dreier Hunde von Gitarren-Professor Olaf van Gonnissen und der versierten Percussion Künstlerin Cornelia Monske. Weiter bezauberten Lucia Duchanova und Sönke Tams Freier mit großen Opernstimmen, genussvoll komplettiert von Henning Lucius, dem musikalischen Leiter der Appen Classics, am Flügel und Daniel Tomann mit einer wunderbar gespielten Flöte.

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