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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 21:47 Uhr

Konzert : Fetzig: Der Funke ist übergesprungen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Regen prasselte an der Tornescher Kirche auf den Bürgersteig. Trotzdem schlenderte eine Zuhörerin fröhlich summend von dannen. Der Gospelchor „Black and Blue“, Pianist Rainer Lankau, Trommlerin Jutta Squar-Eggers und die Querflötistin Johanna Scheel-Buchweiz hatten den Funken während ihres Sommerkonzerts am Sonnabend überspringen lassen.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2012 | 22:57 Uhr

Mal strahlten die 33 Sänger die gut 150 Zuhörer an, mal lächelten sie einander zu. Oft wiegten sie sich im Takt hin und her. Immer wieder ernteten sie begeisterten Applaus.

Mit einem steten Wechsel zwischen den Stilen sorgte Leiterin Susanne van den Bos für Kurzweil. Eingebettet in drei Chorpassagen mit afroamerikanischen Gospels, Spirituals und Pop-Songs erklangen Instrumental-Stücke der europäischen Klassik und Romantik, gespielt von Gastmusikerin Scheel-Buchweiz an der Querflöte und van Bos am Klavier. „Das bringt mal andere Farben rein. Dann ist vielleicht für jeden etwas dabei“, sagte die Dirigentin. So stimmte der Chor drei Stücke aus der Ethno-Mass des Komponisten Lorenz Meierhofer an. Sie stellt bereits in sich einen Stilmix dar, da der Österreicher Gospels in Chorsätze goss. Andächtig und beruhigend klang „The river is flowing“, fröhlich das eingängige „Sana, Sananina“. Sänger Wolfgang Kaminsky, der durch das Konzert führte und die Stücke erläuterte, zitierte Sätze von Martin Luther King und Papst Johannes Paul II. Mitreißend sang der untypische Kirchenchor traditionelle Gospels wie „This little light“ an. Triumphierend ließ er den Refrain von „It feels alright“ durch den Backsteinbau schallen. Auf den Punkt betonte er den kraftvollen Spiritual „Ride the chariot“.

Nicht weniger atemberaubend klangen Scheel-Buchweiz’ schnellen Flötenläufe, etwa in der „Spanischen Tollerei“ von Marin Marais. Dagegen lud der melancholische Reigen aus der Oper „Orpheus und Euridice“ von Christoph Willibald Gluck zum Nachsinnen und Träumen ein. Nach Hits von Elvis Presley („Can’t help falling in love“) und The Cordettes („Lollipop“) durfte auch das Publikum mitsingen. An der Orgel begleitet stimmte es in den Paul-Gerhard-Choral „Geh aus mein Herz und suche Freud“ ein. Das hatte der Chor erreicht: Freude in die Herzen der Zuhörer zu säen.

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