zur Navigation springen

Hauptausschuss : FES: SPD ist jetzt für den Anbau

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was ist denn jetzt los? Die SPD-Fraktion hat am Montag beschlossen, an der Friedrich-Ebert-Schule (FES) anzubauen – aus Gründen des artikulierten Raumbedarfs. So wie das BfB und Grüne schon lange vorhatten und einen entsprechenden Verwaltungsentwurf bereits im September passieren lassen wollten. Die geschätzten Kosten in Höhe von 400000 Euro wollten Wählergemeinschaft und Grüne damals in den Haushalt einstellen – und scheiterten an den beiden großen Fraktionen, SPD und CDU, die argumentierten, die Haushaltslage der Stadt im Kopf zu haben und daher zunächst alternativen Lösungen eine Chance geben wollten. So sollte die FES nur noch zweizügig, die Birkenalleeschule (BA) vierzügig ausgebaut werden. Der Schulrat sagte Nein zu dieser Idee, was SPD und CDU dazu brachte, Alternativen im Umfeld der FES, die ja nun dreizügig bleiben musste, zu suchen. Zum Beispiel im Jugendzentrum. Ein denkbares Szenario auch für Schulleiterin Karen Schlüter.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 21:22 Uhr

Nun also die Kehrtwende der SPD. Die Sozialdemokraten, die den Sinneswandel offensichtlich nicht mit der CDU abgestimmt hatten, argumentieren wie folgt: Seit mehreren Jahren beschäftigte sich die Uetersener SPD mit der Situation an der Friedrich-Ebert-Schule. Die von der Schule geäußerten Raumnöte hätten zu vielen Gesprächen mit Schulleitung und anderen Beteiligten geführt. Dabei seien verschiedene Varianten abgewogen worden, wie die insgesamt sechs ersten Klassen in Uetersen das bestmögliche Lernen erfahren könnten, angefangen von einer Nutzung der kleinen Stadthalle über Lösungen – wie geschrieben – im Jugendzentrum. „Noch im September war unser aktueller Stand, dass wir mit zwei Klassen an der FES und vier Klassen an der Birkenallee dem Problem ohne teuren Neubau begegnen können“, so Fraktionsvorsitzender Ingo Struve.

Diese Lösung habe man dann auch, gerade vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung, angestrebt. „Inzwischen hat unsere stets fortwährende Recherche ergeben, dass auch langfristig die Schülerzahlen so hoch sein werden, dass 2+4 nicht möglich ist. Vor diesem Hintergrund sehen wir es als beste Lösung für die Schule, wenn neu gebaut wird.“ Für die SPD sei insbesondere das Jugendzentrum immer sehr wichtig gewesen. „Das ist der einzige Raum in Uetersen, der jungen Menschen für Feiern zur Verfügung steht. Wir geben diesen nicht her. Ein Verkauf des Jugendzentrums ist mit uns nicht zu machen“, so Struve weiter. Die SPD bedankte sich gestern insbesondere bei der Uetersener Verwaltung „für die wichtige Unterstützung in den vergangenen Jahren, ohne die die eingehende Prüfung nicht möglich gewesen wäre“. Für die Zukunft fordert Struve vom zuständigen Kreis Pinneberg frühzeitigere und aussagekräftigere Zahlen im Schulentwicklungsplan, um eine nachhaltige Schulpolitik im Interesse der Schüler zu ermöglichen. Im Hauptausschuss wurde gestern Abend ein die Anbau-Absicht unterstreichender Antrag zum Haushalt gestellt. Er wurde mit 400000 Euro unterfüttert. Am Dienstag wird der Antrag noch einmal in die Ratsversammlung eingebracht. Die Mehrheit gilt als sicher. BfB (die ebenfalls einen Antrag gestellt hat) und Grüne haben bereits Zustimmung signalisiert. Ganz anders die CDU. Fraktionschef Andreas Stief: „Es ist inhaltlich grober Unfug, weil die gemeinsame Entscheidung, eine Zweizügigkeit zu machen, auf Basis nicht vorhandener Schülerzahlen getroffen worden ist. Jetzt sind viele Wochen vergangen. Die Faktenlage ist unverändert. Wir haben nach wie vor keine Schulentwicklungszahlen. Daten, Fakten und Grundlagen haben sich nicht geändert, dennoch gibt es jetzt einen völlig gegenläufigen Beschluss. Darüber hinaus hat die SPD ihre Vorsitzende des Bildungsausschusses mit diesem Thema geopfert. Mit der CDU wird es weiterhin Verlässlichkeit und Transparenz geben.“ Inwieweit der Bürgerentscheid zum selben Thema jetzt obsolet wird, bleibt abzuwarten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert