Papiercontainer : „Ferkel“ unterwegs – Entsorgung zu selten

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Laut deutscher Verpackungsverordnung sind die Hersteller seit Dezember 1991 zur Rücknahme der Verpackungen verpflichtet, die wiederverwendet oder der stofflichen Wiederverwertung zugeführt werden müssen. Transportverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen dürfen auch energetisch verwertet werden. Die Verordnung umfasst sowohl die Transport- und Umverpackung als auch die Verkaufsverpackung. Bei Transport- und Umverpackungen gilt die Rücknahmepflicht unmittelbar, bei Verkaufsverpackungen ist durch die Wirtschaft eine spätere Rücknahme zu gewährleisten.

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14. Mai 2015, 18:23 Uhr

Es ist also (eigentlich) alles geregelt. „Müll“ im klassischen Sinne gibt es nicht mehr, denn alle Verpackungen stellen gemäß des Kreislaufwirtschaftsgesetzes einen Wertstoff dar.

Doch immer wieder kommt es zu Konflikten. Zum Teil verweigern die Hersteller oder Verkaufsstellen die Rücknahme, kennen die Gesetzeslage nicht oder wollen von ihr nichts wissen. Auf der anderen Seite sind die Bürger unzureichend mit der Verpackungsverordnung vertraut. Um das Gesetz zu befolgen, ist es der Wirtschaft möglich, Sammelplätze einzurichten, zu denen die Transport- und Umverpackungen gebracht werden können. Dumm nur, wenn die dort aufgestellten Container bis zum Rand gefüllt sind. Wie derzeit leider wieder am Stichhafen. Zweimal wöchentlich soll die GAB aus Kummerfeld die Container leeren, doch nachweislich werden die festgelegten Intervalle nicht immer eingehalten.

Dann passiert, was eigentlich nicht geschehen darf: Die Verpackungen werden neben die Container gestellt. Der verständliche Wunsch, sich von den Pappen zu befreien, ist oft stärker ausgeprägt, als das Bewusstsein, damit gegen das Ordnungsrecht zu verstoßen. In dieser Woche stapelten sich am Stichhafen die Transport- und Umverpackungen wieder jenseits der Container, die Situation eskalierte einmal mehr.

Die Stadtverwaltung hat sich mit der GAB bereits in Verbindung gesetzt. Doch das hat sie erst kürzlich getan. Bislang hat sich merklich nichts verändert.

Die Uetersener Nachrichten bleiben weiter dran am Thema.

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