Papierfabrik : Feldmuehle Uetersen: Insolvenz wird eröffnet

Ihren Geschäftsbetrieb führt die Feldmuehle Uteresen im bisher vorläufigen Insolvenzverfahren unverändert fort.

Ihren Geschäftsbetrieb führt die Feldmuehle Uteresen im bisher vorläufigen Insolvenzverfahren unverändert fort.

Das Insolvenzverfahren beginnt am 1. April. Mehrere Investoren sollen Interesse an der Übernahme der Papierfabrik haben.

shz.de von
22. März 2018, 18:30 Uhr

Uetersen | „Plangemäß ist mit einer Insolvenzeröffnung zum 1. April und mit einer sanierenden Übertragung zum 1. Mai 2018 zu rechnen.“ Diese Information der Geschäftsführung der Feldmuele Uetersen GmbH erreichte am Donnerstag shz.de. Seit dem 24. Januar dieses Jahres wird versucht, die Feldmuehle in „tieferes Fahrwasser“ zu bringen, also die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Alle Bemühungen, die Insolvenz abzuwenden, sind nun ganz offensichtlich gescheitert − doch die Zukunft des Werks mit mehr als 400 Mitarbeitern scheint dennoch gesichert. Am Mittwoch wurde die Belegschaft über das weitere Vorgehen informiert.

Am 24. Januar hatte Geschäftsführer Johann Heinrich Kayser das Verfahren auf Eröffnung der Insolvenz durch eine entsprechende Anzeige beim Amtsgericht Pinneberg in Gang gesetzt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist damals der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Tjark Thies bestellt worden. Mit Wirkung vom 16. März wurden Thies seitens des Gerichts weitere Rechte eingeräumt, die es ihm zum Beispiel erleichtern, Verbindlichkeiten nach Eröffnung der Insolvenz zu begleichen.

Firmenübernahme nach Insolvenzplan

Ziel aller Beteiligten war es von Anfang an, dem Uetersener Unternehmen, das hochwertige weiße gestrichene Etikettenpapiere, Verpackungspapiere und grafische Papiere für den deutschen und internationalen Markt herstellt, eine Chance zu geben, weiterhin agieren zu können. Und dabei stehen ganz offensichtlich die Altschulden im Weg. Als Altschulden gelten alle Verbindlichkeiten des Unternehmens, die vor dem 24. Januar angefallen sind. Die Unternehmensübernahme durch Insolvenzplan ist denkbar, denn nach Informationen von shz.de gibt es mehrere Investoren, die ein Interesse an der Feldmuehle haben.

Feldmühle: Ein Unternehmen mit Tradition seit 1904
  • Seit 1904 wird in Uetersen Papier gemacht.
  • 1990 übernahm der schwedische Papierkonzern Stora die insgesamt sieben deutschen Feldmuehle-Fabriken.
  • Als Stora 1998 mit der finnischen Enso-Gruppe fusionierte, gehörte das Werk in Uetersen zur Stora Enso Fine Paper Division.
  • 2015 hat die Stora den finnisch-schwedischen Konzern an den Europäischen Private Equity-Fonds Perusa aus München verkauft. Die Ära der neuen Selbstständigkeit begann. Viel Zuversicht schwang damals mit, die Verlustzone schon bald verlassen zu können − auch als die Perusa sich von dem Uetersener Betrieb getrennt hatte und zwei Manager das Heft des Handelns übernahmen.
 
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