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Lerninsel in Tornesch : Familienbildung sendet Hilferuf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Raum in der Fritz-Reuter-Schule steht bald nicht mehr zur Verfügung. Zukunft der Eltern-Kind-Gruppen ungewiss.

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erstellt am 10.Nov.2017 | 12:30 Uhr

Tornesch | Von der Geburtsvorbereitung über Rückbildungskurse bis zur Hebammenberatung − bis zu 100 Familien nutzen die Angebote der Familienbildung Wedel in Tornesch pro Woche. Doch damit könnte bald Schluss sein. Im kommenden Jahr steht dem Verein der bislang genutzte Raum nicht mehr zur Verfügung. Zwar wurde in den vergangenen Monaten fieberhaft nach einer Lösung gesucht, die ist allerdings noch nicht gefunden. Die Familienbildung sendet deswegen einen Hilferuf und bittet um Tipps und Unterstützung.

Bislang kann der Wedeler Verein für seine Angebote in Tornesch die sogenannte Lerninsel in der Fritz-Reuter-Schule nutzen. Doch dieser Bereich der Grundschule, die sogenannten Pavillon-Klassen, ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Wann mit den umfangreichen Arbeiten begonnen wird, ist zwar noch unklar, doch die Planungen im Bauamt der Stadt Tornesch laufen auf Hochtouren. Sobald die Politik die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, kann es im kommenden Jahr rasch losgehen − und dann muss die Familienbildung raus.

„Wir müssen vorausschauend handeln“, betont Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste. Deswegen sei die Stadt seit Monaten mit der Familienbildung im Gespräch. Das bestätigt auch Meike Förster-Bläsi (Foto) von der Familienbildung Wedel. „Wir haben gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen gesucht, aber keine gefunden“, sagt Förster-Bläsi. Eine mögliche neue Heimat für die Kurse ist das Stadtteilbüro an der Pommernstraße.

Mehrfach habe die Stadt den Raum angeboten, betont Kählert. Doch anfreunden konnten sich die Wedeler damit nicht so recht. „Zu groß, zu einsehbar und nicht abteilbar“ hieß es aus der Rolandstadt. Dennoch: Zumindest das Babycafé wird laut Förster-Bläsi im Stadtteilbüro eine neue Heimat finden.

Stadt Tornesch sieht keine weiteren Räume

Kählert betont derweil: „Wir würden gerne helfen, aber die Stadt hat einfach keine anderen Räumlichkeiten.“ Zwar werden laut Förster-Bläsi wohl einige Angebote in die Volkshochschule, die Kooperationspartner der Familienbildung ist und als Mieter des Raums an der Fritz-Reuter-Schule auftritt, verlagert werden können, doch eine „große Lösung“ konnte auch mit der VHS noch nicht erarbeitet werden.

Theoretisch könnten Dozenten, Eltern und Babys die Lerninsel nach der Sanierung wie gehabt nutzen. Da an der Grundschule jedoch nicht nur die Zahl der Schüler stetig steigt, sondern auch die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung zunimmt, muss die Bildungseinrichtung ihr Angebot in dem Bereich voraussichtlich ausbauen. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit brauchen wir die Räume für die Betreuungsangebote“, sagt Kählert entsprechend.

Meike Förster-Bläsi und die Familienbildung Wedel sind unter Telefon (0 41 03) 8 03 29 82 sowie über die Internetseite erreichbar.

Förster-Bläsi und ihre Kollegen sind deswegen auf der Suche nach neuen Räumen, in denen sie ihre Angebote in Tornesch fortführen können. Die Räume sollten mindestens 30 Quadratmeter groß, gut beheizbar und „entdeckungssicher“ sein. Sprich: Die Neugeborenen sollten sich frei bewegen können, ohne dass zu viele Sachen im Weg stehen. Wichtig sind ferner ein WC und ausreichend Platz für Kinderwagen im Außenbereich. „Wir arbeiten üblicherweise mit Multifunktionsräumen“, erläutert Förster-Bläsi, die für Tipps und Hinweise dankbar ist.

Seit mehr als zehn Jahren ist die Familienbildung Wedel in Tornesch aktiv und bietet neben den zehn regelmäßigen Kursen auch Vorträge in Kooperation mit dem Awo-Familienzentrum an. Doch nun ist die Zukunft für einen Großteil der Angebote ungewiss. Förster-Bläsi betont jedoch: „Wir arbeiten an individuellen Lösungen.“ Das gelte insbesondere für die Geburtsvorbereitung und die Rückbildungskurse. Völlig ungeklärt sei hingegen, was aus den Eltern-Kind-Gruppen wird. Förster-Bläsi und ihre Kollegen arbeiten derzeit am Programm für das erste Halbjahr 2018. Es ist sehr wahrscheinlich, dass vieles darin offen bleiben muss.

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