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Armut und Gesundheit : Fachtag als Startschuss für regionale Bewegung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Verein „Medizinische Hilfen für Wohnungslose im Kreis Pinneberg“ veranstaltet am Mittwoch, dem 21. März eine Fachtagung zum Thema „Armut und die Auswirkungen auf die Gesundheit“. Hierbei sollen Akteure aus Medizin, Ehrenamt und der Sozialarbeit an einen Tisch geführt werden, um Kooperationen in der Zukunft zu erleichtern.

Ob Praxisgebühr oder Zuzahlungen auf alle möglichen Arzneimittel, der Gang zum Arzt ist schon lange keine Gratis-Veranstaltung mehr. In den vergangenen Jahren ist das Gesundheitssystem, auch im Zuge der demografischen Entwicklung, beinahe explodiert. Kosten mussten gespart werden, die Versicherten wurden immer mehr zur Kasse gebeten. Für Menschen, die auf Arbeitslosengeld II, kleine Renten oder einen kleinen Lohn angewiesen sind, bedeutet der Weg zum Arzt oftmals eine finanzielle Belastung, die sich der- oder diejenige einfach nicht leisten kann. Wird auch in der Bundesregierung derzeit über eine Abschaffung der durchaus auch koalitionsintern umstrittenen Praxisgebühr beraten, noch steht das System und damit bleibt auch die Praxisgebühr. Menschen mit chronischen Erkrankungen oder psychischen Problemen brauchen oftmals auch mehr als nur finanzielle Zuwendung. Sie bei der Hand zu nehmen und sie ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten, ist die tägliche Arbeit von Verbänden oder Vereinen, die sich um Kranke und Bedürftige kümmern.

Ist auch die Befreiung von Zuzahlungen möglich, bedeutet dies meistens, eine der vielen bürokratischen Hürden nehmen zu müssen. Schon hier fängt oftmals die Handlungsunfähigkeit an. „Geld ist ein Teil des Problems, aber eben nicht nur“, weiß Detlef Witthinrich, Geschäftsführer des Vereins „Brücke Elmshorn“.

Im Kreis Pinneberg gibt es derzeit rund 9000 sogenannter Bedarfsgemeinschaften, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Auch die Zahl der Wohnungslosen hat in den vergangenen Monaten wieder stark zugenommen. Für viele dieser Menschen gibt es schon eine Reihe von ärztlichen Versorgungsprojekten außerhalb des Systems. Doch die Koordinierung und die Zusammenarbeit funktionieren noch nicht so, wie sich das die Akteure wünschen.

Abhilfe schaffen soll nun also eine Fachtagung. „Das Programm steht, jetzt wollen wir Ergebnisse schaffen“, gibt Martin Keck, Teamleiter des sozialpsychiatrischen Dienstes bei der Kreisverwaltung Pinneberg, die Richtung vor. „Vielleicht schaffen wir es, gemeinsam eine regionale Bewegung einzuleiten.“

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erstellt am 12.Mär.2012 | 21:19 Uhr

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