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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 01:24 Uhr

Chronik : Fachleute fordern mehr Archive

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Archiv, Museum und Chronik in Schleswig-Holstein mahnen die Kommunen, das seit 1992 bestehende Landesarchivgesetz endlich umzusetzen.

Das Gesetz regelt die Verwendung und Nutzung von Archivgut und verpflichtet alle Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein, behördliche Dokumente und Akten zunächst einem Fachmann vorzulegen, bevor sie vernichtet werden. Hält er die Unterlagen für archivwürdig, müssen sie aufbewahrt werden, können aber, falls die betroffene Kommune über kein eigenes Archiv verfügt, auch dem Landesarchiv zur Verfügung gestellt werden.

„Die Umsetzung klappt noch nicht überall in Schleswig-Holstein und ist keineswegs selbstverständlich, weil das natürlich auch Geld kostet“, sagte der Chronist Michael Plata, der sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen am Wochenende im Moorreger Bienenmuseum zu einer Tagung traf. Die Gruppe nutzte die Gelegenheit, sich in einem Gespräch mit Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg über die Archivsituation in Moorrege zu informieren. Das Dorf ist in der glücklichen Lage, auf externe Fachleute verzichten zu können, darf stattdessen auf den ehemaligen Chef der Moorreger Amtsverwaltung, Kurt-Uwe Heidecke, zurückgreifen. Er bewertet die behördlichen Unterlagen und führt das Gemeindearchiv. Zwei Mal im Jahr treffen sich die Chronisten und Archivare zum Meinungsaustausch. Dafür reisen sie aus allen Teilen des Landes an, kommen aus Ostholstein, Nordfriesland oder Rendsburg-Eckernförde. Am Wochenende trafen sie sich im Bienenmuseum und fuhren anschließend auf den Schäferhof nach Appen, dessen Geschäftsführer Rainer Adomat der Archivgemeinschaft seit vielen Jahren verbunden ist.

„Die meisten Chronisten und Archivare müssen weit fahren, um auf einen Kollegen zu treffen und sich mit ihm fachlich austauschen zu können“, sagte Michael Plata. Deshalb seien die Fachgespräche während der Tagungen außerordentlich wichtig, böten außerdem die Möglichkeit, auf Probleme aufmerksam zu machen.

Neben dem Austausch dienen die Tagungen der Weiterbildung. So ließen sich die Heimatkundler in die Geheimnisse der Imkerei einführen und bekamen am Nachmittag auf dem Gelände des Schäferhofs in Appen eine Einführung in die Geschichte der Holzkohle-Meiler.

Im Herbst kommen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wieder zusammen, dann möglicherweise im neu erbauten Torfmuseum in Neumünster.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 20:23 Uhr

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