SPD-Diskussion : Fachkräftemangel in der Pflege

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Der Bereich Altenpflege steht vor großen Herausforderungen. Nach Expertenschätzungen droht im Jahr 2020 bundesweit ein Fachkräftemangel von 120000 bis 200000 Stellen.

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11. Oktober 2012, 20:14 Uhr

Wie Hamburg und Schleswig-Holstein auf den absehbaren Fachkräftemangel reagieren und zusammenarbeiten und welche Impulse an die Bundespolitik gesendet werden können, stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde im AWO-Bildungszentrum Elbmarsch, das seine Unterrichtsräume im AWO Wohn- und Servicezentrum hat. Eingeladen zu dieser Diskussionsrunde mit Mitarbeitern von Pflegeeinrichtungen, Vertretern der Pflegeausbildung, Seniorenbeiräten sowie weiteren Interessierten hatte der Kreis-Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann.

Aus Krankheitsgründen konnte er jedoch nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Für ihn war Hannes Birke, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, gekommen. Er moderierte die Diskussion, an der auch der gesundheitspolitische Sprecher der Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion Martin Schäfer und der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans-Peter Stahl teilnahmen. Die Genossen übten Kritik an der Pflegereform der schwarz-gelben Bundesregierung und verwiesen auf eklatante Mängel bei der Finanzierung von Ausbildungsplätzen in der Pflege und der finanziellen Wertschätzung des Pflegeberufes. Martin Schäfer, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, informierte über den Antrag der SPD-Fraktion zur Schaffung von mehr Altenpflegeausbildungsplätzen in Hamburg durch eine Ausbildungsumlage. „Wir hoffen, dass zum Ausbildungsjahr 2013 das Umlageverfahren greift und damit die Zahl der Ausbildungsplätze um etwa 100 erhöht werden kann“, sagte er.

Und Hannes Birke informierte, dass die SPD in den Koalitionsvertrag der neuen schleswig-holsteinischen Regierung eingebracht habe, dass die Altenpflegeausbildung für alle Auszubildenden kostenfrei wird, dass Möglichkeiten einer Ausbildungsumlage geprüft werden und die Ausbildungskapazität im Jahr 2013 und 2014 um je 200 zusätzliche Plätze erhöht werden soll. „Diese drei Botschaften sind ein deutliches Signal und ich fordere Sie auf, gemeinsam mit uns darauf zu achten, dass diese Forderungen umgesetzt werden“, richtete sich Hannes Birke an die Anwesenden.

Hans-Peter Stahl verwies auf einen Bericht der Heimaufsicht des Kreises Pinneberg. „Bereits jetzt können Einrichtungen die Fachkräftequote nicht einhalten, weil zu wenige Kräfte ausgebildet werden.“ Es sei auch nicht mehr hinnehmbar, dass ein Umschüler zur Altenpflege die Kosten für das dritte Umschulungsjahr selber tragen muss, betonte der SPD-Mann.

Im Verlaufe der Diskussion wurden Forderungen nach einer „Pflegekammer“, nach mehr Durchlässigkeit in der Altenpflegeausbildung, weniger Bürokratie und Kontrolle im Bereich Altenpflege und vor allem zur Finanzierung der Altenpflege und höheren finanziellen Anerkennung des Pflegeberufes laut. „Unser Stichwort ist hier das Modell der solidarischen Bürgerversicherung“, betonte der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Martin Schäfer.

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