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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 06:28 Uhr

Vortrag : Experten warnen vor Fracking

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kreis Pinnebeg liegt in einem möglichen Fracking-Gebiet. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erlaubte der Berliner Firma PRD Energy im November die Suche nach Kohlenwasserstoffen im sogenannten Feld „Elmshorn“, das sich über die Kreise Segeberg, Steinburg und Pinneberg erstreckt. Dieser Bescheid erlaubt zwar noch kein Fracking, bereitet es aber vor.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 19:47 Uhr

Für Frank Tietgen liegen die Gefahren dieser Technik zur Erdöl- und -gasförderung auf der Hand. „Die Uniklinik Schleswig-Holstein hat Fracking-Flüssigkeiten untersucht und festgestellt, dass nichts davon in die Nähe von Grundwasser gelangen darf“, sagte das Mitglied der Bürgerinitiative (BI) gegen CO2-Endlager in Hetlingen.

Etwa 35 Zuhörer waren der Einladung der Arge Umweltschutz Haseldorfer Marsch in die Gaststätte „Op de Deel“ gefolgt. Reinhard Knof, zweiter BI-Vorsitzender, und Tietgen sprachen über „Fracking – Chancen und Risiken“.

Eine Chance stelle die Technik nur für die Förderfirmen dar. Wenn sie CO2 in alte Erdöllagerstätten hineinpressen, könnten sie noch einmal die Hälfte des bereits gewonnenen Rohstoffs fördern. „Es ist sehr viel Geld damit zu verdienen“, so Knof. Andere vermeintliche Vorteile ließ Tietgen nicht gelten. Das zu gewinnende Gas schütze nicht vor Abhängigkeiten von Russland und Norwegen. Fracking stoße auch kein Jobwunder an. Ausführlich wies Knof jedoch auf die Nachteile hin. Bei der Suche nach Erdöl- und -gasfeldern würden Rüttelfahrzeuge und Sprengungen Schallwellen erzeugen, mit deren Hilfe sich ein Bild des Untergrunds erzeugen lasse. Dabei könnten Schäden an Gebäuden auftreten, deren Ursache die Eigentümer aber nachweisen müssten.

Für jede Bohrstelle müssten ein bis zwei Hektar Land betoniert werden. Die Bohrer würden rund um die Uhr laufen. Die Baustelle zöge viel Lkw-Verkehr nach sich.

Einspruch erhielten die Redner von Peter Kelting von der BI gegen massive umweltbelastende Industriekonzentration in Stade. Er meldete sich wiederholt und warf ihnen Technikfeindlichkeit vor. Die konventionelle Landwirtschaft sei zehmal gefährlicher als das Fracking. Der Arge-Vorsitzende Ralf Hübner plant nun eine Podiumsdiskussion. Wie Bürger sich gegen Fracking wehren können

Widerspruch gegen die Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen kann innerhalb eines Jahres eingelegt werden, für das Feld Elmshorn also bis 6. November 2014. Das führte Reinhard Knof von der Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager aus.

Er riet den Gemeinden, sich gemeinsam einen Fachanwalt zu nehmen. Im Übrigen ließen sich Enteignungen für die Erdgasförderung nur schwer durchsetzen. Die Firmen müssten nachweisen, warum sie nur auf dem Grundstück und nicht an anderer Stelle bohren könnten. Die Bürger sollten diesen Umstand auszunutzen und ihr Land einfach nicht für das Fracking zur Verfügung stellen.

Nicht zuletzt sollten sie in einer BI mitarbeiten, ihre Mitbürger informieren und die örtliche Politik zum Handeln auffordern.

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