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Infoveranstaltung : Experten erläutern die Arbeit im Krematorium Tornesch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Rund 500 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür im Krematorium in Tornesch, um sich über den technischen Vorgang der Einäscherung zu informieren und Fragen zu stellen.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 16:15 Uhr

Tornesch | Eine dunkle Fabrik mit einem Riesenschornstein haben sich die meisten vorgestellt, stattdessen erwarteten sie ein modernes Gebäude mit hellen Räumlichkeiten in einer gepflegten Gartenanlage: Rund 500 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür im Krematorium in Tornesch, um sich über den technischen Vorgang der Einäscherung zu informieren und Fragen zu stellen.

Das Krematorium in Tornesch nimmt etwa 3000 Einäscherungen pro Jahr nach ethischen Grundsätzen vor. Eine amtsärztliche Untersuchung vor jedem Vorgang ist gesetzliche Pflicht, etwa um eine unnatürliche Todesursache auszuschließen. Ein beigegebener Schamottestein mit der Einäscherungsnummer schließt ein Verwechseln aus. Der Sarg, in dem der Verstorbene angeliefert wird, wird mit verbrannt. Der Verstorbene kann darin seine private Kleidung tragen und seine eigene Bettdecke bei sich haben, Beigaben sind möglich. Viele Angehörige nutzen die Gelegenheit, den Verstorbenen bis zur Einfahrt in den Ofen vom Abschiedsraum aus zu begleiten.

Die Filteranlage, die den größten Teil des Verbrennungsraums einnimmt, absorbiert Schadstoffe aus den bereits gereinigten Abgasen, die während der rund 70 bis 80 Minuten dauernden Kremierung bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad in der Hauptbrennkammer des Drei-Kammer-Ofens entstehen. Eine mögliche Schadstoffursache ist beispielsweise Quecksilber aus Amalgamplomben. Auch Zahngold wird durch den Brennprozess zersetzt.

„Alles, was fest im oder am Körper ist, gehört zur Asche“, erläuterte Betriebsleiter Heiko Schändel. So werden etwa auch Implantate in der leicht zersetzbaren Kapsel aus Mais-Flachs-Gemisch beigesetzt. Eine gemeinsame Beisetzung in nur einer Urne, so die Frage eines Ehepaars, ist vom Gesetzgeber allerdings verboten.

„Die Bestattungskultur hat sich geändert, rund 80 Prozent der Verstorbenen werden heute eingeäschert“, so Schändel. Statt der klassischen Erdbestattung würden heute Rasengräber oder die Beisetzung im Friedwald bevorzugt. Deshalb sei es für viele Menschen beruhigend, auch diese Dinge im Leben für die Angehörigen oder sich selbst zu klären.

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