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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 13:15 Uhr

Sensationsfund : Ewer-Unterlagen aufgetaucht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Lange galten die Unterlagen über die in der Elmshorner Kremer-Werft gebauten Schiffe als verschollen. Jetzt sind Teile davon überraschend aufgetaucht, darunter auch die, die das Museumsschiff „Ewer Gloria“ betreffen. Mithilfe der in einem Buch zusammengefassten handschriftlichen Notizen lässt sich nachvollziehen, wie das Museumsschiff im Originalzustand aussah.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2015 | 21:30 Uhr

„Jeder hat sich immer gefragt, wo die Unterlagen der Werft nach ihrer Schließung abgeblieben sind“, sagte Vereinssprecher Ulrich Grobe. Jeder sei davon ausgegangen, dass sie versehentlich auf dem Müll gelandet seien. „Insofern kann man den Dachbodenfund jetzt schon als Sensation bezeichnen“, so Grobe.

Wie es genau zu der Entdeckung kam, darüber ist wenig bekannt. Der jetzige Besitzer, der die Unterlagen offenbar in dem Nachlass eines Schiffbau-Ingenieurs fand, hält sich mit Informationen zurück. Nach unbestätigten Berichten hatte er das Buch schon länger in seiner Sammlung, ohne jedoch davon zu wissen. Weil er jetzt den Nachlass sichtete, kam es zum Vorschein.

Pläne, es etwa einem Museum zur Verfügung zu stellen, gibt es augenscheinlich nicht. Vielmehr soll der Hamburger vorhaben, seinen Fund zu veröffentlichen, als Informationsquelle für Liebhaber und Wissenschaftler. „Die Unterlagen geben einen Überblick über etwa 60 auf der Werft gebaute Schiffe“, sagte Ulrich Grobe.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um Baupläne, weil es die Ende des 19. Jahrhunderts nicht gab. „Jeder Werftbesitzer hatte die Pläne im Kopf. Nach seinen Anweisungen wurde gebaut“, so Vereinssprecher Grobe. Wohl aber enthält das Buch eine Materialliste. „Die belegt, dass es weitgehend gelungen ist, das Schiff während der Restaurierung von 2001 bis 2008 dem Originalzustand anzugleichen.“

Der Ewer ist mehrfach umgebaut worden, zuletzt zur selbst fahrenden Schute. Als der Verein sich seiner annahm, war das Schiff kaum mehr als ein Wrack. „Anhand der Schweißnähte hat man nachvollzogen, wie es ursprünglich ausgesehen hat.“ Dass die Restauratoren dabei ganz richtig lagen, zeigen die nun wieder aufgetauchten Unterlagen.

Lediglich die Tatsache, dass der Ewer heute Passagiere an Bord nimmt, machte einige Kompromisse beim Innenausbau nötig. Wenn am 1. Mai die Saison für das Museumsschiff und den Trägerverein beginnt, können Besucher es chartern oder Fahrten buchen. Seinen ersten Auftritt hat das Schiff voraussichtlich in Kronsnest, wenn dort der Fährbetrieb eröffnet wird.

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