AktivRegion : EU verdoppelt die Fördermittel

Rechtzeitig zur Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag hat der Vorstand der AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest die Weichen für die neue Förderperiode gestellt. Dabei muss sich die lokale Aktionsgruppe zunächst einem Qualitätswettbewerb stellen. Das Engagement zahlt sich aus, denn es geht um viel Geld.

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20. März 2014, 19:28 Uhr

Klimawandel und Energie, nachhaltige Daseinsvorsorge, Bildung sowie Wachstum und Innovation – diese vier Themen gibt das Land Schleswig-Holstein den AktivRegionen für den Zeitraum von 2014 bis 2020 vor. Welchen individuellen Schwerpunkt die lokalen Aktionsgruppen wählen, ist unter anderem Inhalt einer jetzt zu erarbeitenden Integrierten Entwicklungsstrategie (IES).

Der Vorstand der AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest verständigte sich auf eine erneute Zusammenarbeit mit dem Itzehoer Ingenieurbüro Region Nord, das auch schon die IES zur ersten Förderperiode erstellte. „Wir erarbeiten zunächst eine Stärken-Schwächen-Analyse“, sagte Mathias Günther. Das Ergebnis wird dann im Rahmen von Expertengesprächen und einem öffentlichen Workshop diskutiert und gegebenenfalls modifiziert. So entsteht die Entwicklungsstratgie, Handlungsgrundlage für die neue Förderperiode.

Ziel ist nach den Worten von Jürgen Manske ein kreatives und „richtig gutes“ Konzept, mit dem die lokale Aktionsgruppe im Genehmigungsverfahren punkten kann. „Die Region muss sich viel Mühe geben, über neue Themenschwerpunkte nachdenken und eine IES mit Vorbildcharakter erstellen“, sagte der Vorsitzende.

21 AktivRegionen gibt es aktuell. Ab 2015 könnten es mehr oder auch weniger sein, je nachdem wie das Prüfergebnis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur) ausfällt.

Dabei geht es um viel Geld: 63 Millionen Euro stehen für Schleswig-Holstein bereit, EU-Mittel, von denen drei Millionen auf die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest entfallen könnten. Das doppelt so viel wie in der abgelaufenen Förderperiode. Hinzu kommen Sondermittel. 28 Millionen Euro wurden von 2009 bis 2013 verteilt, in der neuen Förderperiode wird es vermutlich deutlich mehr sein.

Viel Arbeit, die auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter der AktiovRegion zukommt. Um sie zu entlasten, werden Manske und Günther den Mitgliedern eine organisatorische Veränderung vorschlagen. Vorstand (bislang fünf Sitze) und Projektbeirat (bislang zwölf Sitze) sollen zusammengelegt werden, was für die Mitglieder eine Reduzierung der Sitzungstermine zur Folge hätte.

Hintergrund

Offiziell beginnt die neue Förderperiode in diesem Jahr und dauert bis mindestens 2020. Dennoch ist mit einer Umsetzung der ersten konkreten Projekte kaum vor dem ersten Quartal 2015 zu rechnen. Das liegt an der zeitaufwändigen Vorbereitung, vor allem der Erstellung eines Leitfadens, für den jede AktivRegion selber verantwortlich ist.

Zeit, in der sich die Mitglieder der lokalen Aktionsgruppen auch auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen müssen. Zukünftig nämlich sollen sie verstärkt mit denen anderer AktivRegionen zusammenarbeiten, so will es Umweltminister Robert Habeck. „Wünschenswert wäre es, wenn sich nicht nur einige wenige, sondern möglichst viele beziehungsweise alle AktivRegionen auf einige gemeinsame Zukunftsprojekte konzentrieren würden“, sagte er in einer offiziellen Stellungnahme.

Eine Gedanke, den Jürgen Manske durchaus begrüßt! „Vor allem für Themen rund um die Energiewende würde das gut funktionieren. Da haben viele Kommunen noch Nachholbedarf“, sagte er. Auch kann er sich vorstellen, verschiedene Themen zu verknüpfen, etwa die Reetdachförderung mit Bildungsaspekten. „Man könnte zum Beispiel mit Schulen zusammenarbeiten“, sagte er. Das ginge durchaus übergreifend.

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