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Technische Hilfeleistung nach Unfall : Esinger Feuerwehrleute trainieren für den Ernstfall

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sonderdienst: Ganztags-Schulung von zwölf Esinger Feuerwehrleuten. Praxisnahe Situationen an der Wache aufgebaut.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Tornesch | Die Aufgaben, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tornesch bei ihren Einsätzen im Bereich technische Hilfe zu leisten haben, werden immer umfangreicher und erfordern eine spezielle Ausbildung. „Die Schulung ist an den regulären Dienstabenden kaum noch zu leisten. Deshalb haben wir uns entschlossen, ausgewählten Kameraden zweimal im Jahr eine Spezialausbildung anzubieten“, so Hauptbrandmeister Marcus Rohwedder, Wehrführer der Ortswehr Esingen.

Den Auftakt bildete ein Sonderdienst Technische Hilfe mit praxisnahen Situationen zur Rettung von Menschen in Fahrzeugen nach einem Unfall. Dafür nahmen sich an einem Sonnabend von 8 bis 18 Uhr zwölf Esinger Feuerwehrkräfte Zeit. Auf ihrem Gelände an der Feuerwache Esingen analysierten sie die richtige und schnelle Hilfeleistung eines eingeklemmten Fahrers (Personen-Attrappe) bei vier verschiedenen Unfallsituationen und übten die Handhabung von Akku-Säbelsäge, Hydraulikspreizer, Rettungsschere oder Hydraulikstempel.

Für die praxisnahen Situationen – Pkw nach Überschlag auf dem Dach liegend, Pkw unter einen Trailer gerutscht, Pkw nach Unfall in Seitenlage und Pkw seitlich gegen einen Baum geprallt – hatten die Esinger Kameraden einen Ford Fiesta, einen VW Polo, einen Honda und einen Opel Corsa von einem Schrottplatz geholt und für die jeweiligen Unfallsituationen vorbereitet. Dazu gehörte, dass beispielsweise die Karosserie des seitlich gegen einen Baum geprallten Fahrzeugs eingedrückt und ein anderes Fahrzeug unter einen vom Elmshorner Logistikunternehmen Semmelhaack zur Verfügung gestellten Trailer geschoben wurde. Unterstützt wurden die Feuerwehrleute bei der Vorbereitung der praxisnahen Unfallsituationen auch von der Elmshorner Firma Kühl Kranverleih, die einen Teleskoplader zur Verfügung stellte.

Vorbereitet und durchgeführt wurde der Sonderausbildungstag von Oberlöschmeister Sascha Gruntmann, Gruppenführer der zweiten Gruppe und als Berufsfeuerwehrmann in Hamburg spezialisiert für technische Hilfeleistung, von Oberlöschmeister Olaf Göttsch, Gruppenführer der vierten Gruppe, sowie Oberlöschmeister Jan Martin Witt aus der zweiten Gruppe.

Praktische und theoretische Schulung

Der jeweils etwa zweistündigen praktischen Ausbildung an den vier Stationen war eine theoretische Ausbildung vorgeschaltet. Dazu gehörten Informationen zum Unfallhergang, zur Situation des zu rettenden Unfallpatienten, eventuelle Gefahren in der Rettungssituation, das gemeinsame Erarbeiten einer Rettungsstrategie und die Auswahl der technischen Hilfsmittel. „Im Ernstfall müssen alle Entscheidungen schnell und richtig getroffen werden, bei einer Schulung können wir über verschiedene Lösungen sprechen und sie üben“, erläutert Sascha Gruntmann. So wurde beispielsweise die Rettung des eingeklemmten „Fahrers“ aus dem unter den Trailer gerutschten Fahrzeug über das Dach, über die Fahrerseite und über die Beifahrerseite geübt. Auch das richtige Verhalten zur Beruhigung des Unfallpatienten und der Umgang mit der eigenen psychischen Belastung waren Schulungsthemen. In einem Fahrzeug wurde deshalb sogar Kunstblut versprüht und bei der Rettungssituation „Fahrzeug in Dachlage“ Rauchpulver gezündet.

Bereits ein Viertel aller Einsätze, die die Wehr in diesem Jahr zu absolvieren hatte, waren Einsätze auf der Autobahn nach Unfällen. „Früher wurden die Karosserien aufgeschnitten. Die Fahrzeugtechnologien mit Konzeption, Konstruktion und Antrieb sind jedoch im steten Wandel. Wir müssen nun beispielsweise wissen, wo sich Verstärkungen im Fahrzeug befinden“, macht der Esinger Wehrführer Marcus Rohwedder die Notwendigkeit regelmäßiger Schulungen deutlich.

Geübt wurden häufig vorkommende Unfallsituationen. Hier: Rettung eines eingeklemmten Autofahrers, der mit seinem Fahrzeug unter einen Trailer gerutscht war.
Geübt wurden häufig vorkommende Unfallsituationen. Hier: Rettung eines eingeklemmten Autofahrers, der mit seinem Fahrzeug unter einen Trailer gerutscht war. Foto: Sylvia Kaufmann
 

So werden drei Ausbilder der Esinger Wehr auch in diesem Jahr am Rescue Day, der weltweit größten Ausbildungsveranstaltung in der technischen Hilfeleistung, die vom 20. bis 22. Oktober in Schwarzenbek stattfindet, teilnehmen. „Die Stadt Tornesch finanziert die Teilnahme. Wir sind sehr dankbar dafür“, betont der stellvertretende Esinger Wehrführer, Hauptlöschmeister Hans Joachim Mölln. Themenbezogene Ausbildung zu den Bereichen Löschen, Feuerwehrtechnik, Technische Hilfe und Rettung sowie Brandschutz gehört zum Ausbildungskonzept der Feuerwehr Tornesch mit ihren Ortswehren Esingen und Ahrenlohe.

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