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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 05:01 Uhr

Klärwerk : Es stinkt wieder in Hetlingen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer an der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Elbmarsch in der Hetlinger Mehrzweckhalle am vergangenen Dienstag teilgenommen hat und anschließend Richtung Geest die Heimfahrt antrat, der hat auf der Holmer Straße eine unangenehme Überraschung erlebt. Kräftiger Fäkaliengeruch drang zwischen Grüner Damm und Holmer Berg ins Auto.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 20:40 Uhr

Eine „verstärkte Geruchsbelästigung durch das Klärwerk“ hat in den vergangenen Wochen auch Wilhelm Duis wahrgenommen. Der ehemalige Gemeindevertreter ruft dann beim Abwasser-Zweckverband an. Freundlich seien die Mitarbeiter und würden nach Hetlingen fahren, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Duis dokumentierte die Geruchsbelästigungen und schickte seine Aufzeichnungen an Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU). „Schnell und freundlich“ habe sie reagiert. Während der Sitzung des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses am kommenden Donnerstag, 30. August, ab 20 Uhr im Hetlinger Treff soll das Thema behandelt werden. „Es gibt immer wieder Beschwerden“, erklärt der Ausschussvorsitzende Ralf Hübner (FW). Häufig würden Bürger sich aber nicht über Gestank vom Klärwerk äußern. „Manche Hetlinger sind schon abgestumpft“, sagt Duis. Sie nehmen die Gerüche vom Klärwerk wahr, machen aber nichts. „Es stinkt halt wieder“, sei der schulterzuckende Kommentar. Ursache für den derzeitigen Geruch im Dorf seien Bauarbeiten am „Nebensammler Nord“ in Heidgraben“, erklärt Lutz Altenwerth, Geschäftsführer des Abwasser-Zweckverbands (azv) Südholstein. Dort wurde das Schmutzwasser aufgestaut und umgeleitet. Um das Problem zu bekämpfen, sind geruchshemmende Chemikalien eingesetzt worden. Voraussichtlich bis Ende des Jahres wird dort gearbeitet.

Und für den Gestank an der Holmer Straße macht er Abwasser aus Haseldorf und Haselau verantwortlich. Der fließt im Bereich Grüner Damm in die Hauptleitung. Diese Zuleitung ist nicht geruchsgeschützt. „Ab und zu riecht es dort“, so Altenwerth.

Der azv hatte im November des vergangenen Jahres die Installation von zwei Bio-Geruchsfiltern vermeldet, mit der die Belästigung in Hetlingen reduziert werde sollte. „Erfüllen die ihre Funktion ausreichend?“, fragt Duis.

Altenwerth verweist darauf, dass damals davon gesprochen wurde, „wesentliche Quellen“ seien erledigt worden. Zwei weitere Bereiche stehen noch an. Der jetzige Ersatz der dortigen Filter sei jedoch „wirtschaftlich nicht vollziehbar“, so Altenwerth. Es soll zusammen mit größeren Umbauarbeiten im Bereich der Vorklärung erledigt werden. Dies erfolgt „in den nächsten Jahren“, sagt der Geschäftsführer.

Die Hetlinger werden also noch einige Zeit mit den Gerüchen vom Klärwerk leben müssen.

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