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Tipps für den Berufseinstieg : „Es muss nicht jeder sein Abi machen“

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Abenteuer erleben, an Lebenserfahrung gewinnen und Berufserfahrung sammeln – das ist es, was Paul Stäcker und seinen Freund Felix Kölln antreibt. Die beiden Jung-Gesellen wollen auf die Walz gehen. In einigen Tagen geht es los.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 19:18 Uhr

Vorher statteten die beiden der Gemeinschaftsschule Moorrege einen Besuch ab. Auf Einladung von Lehrer Arne Claußen gingen der 19 Jahre alte Stäcker und sein 21 Jahre alter Handwerkskollege in vier Klassen des neunten und zehnten Jahrgangs, um von ihren Plänen zu berichten und um für das Handwerk zu werben.

„Es muss nicht jeder Abi machen und studieren“, „Überlegt euch, ob ihr nicht lieber ein Handwerk erlernen wollt“, „Macht möglichst viele Praktika, um zu entscheiden, welchen beruflichen Weg ihr einschlagen wollt“ und eine „Lehre kann euch keiner nehmen“ - so die Tipps von Stäcker, der im Tischlerhandwerk seine Berufung gefunden hat, und seines Kumpels, der sich nach der Schule für eine Zimmererlehre entschied.

Bis vor drei Jahren drückte Stäcker selbst noch an der „GemsMo“ die Schulbank. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche verließ er sie damals. Für die Tischlerlehre entschied er sich nach einigen Praktika in verschiedenen Betrieben und Berufen. Die Tischlerlehre schloss er als Kreisbester ab . Sein ehemaliger Lehrer Arne Clausen las das in der Zeitung und rief an, um ihm zu gratulieren. So kamen die beiden ins Gespräch und die Idee für den Schulbesuch wurde geboren.

Neuseeland, Japan und Südamerika stehen ganz oben auf dem Wunschzettel der angepeilten Reiseziele von Stäcker und Kölln. Sie haben sich vorgenommen, jeden Tag so zu nehmen, wie er sich ihnen bietet. Drei Jahre und einen Tag müssen sie sich fern der Heimat aufhalten. Der Umkreis von 50 Kilometern zum Heimatort ist so lange der Bannkreis, der nicht betreten werden darf. Auch Handy, I-Pad oder Computer sind tabu. Sie haben den Eltern versprochen, sich von Zeit zu Zeit aus einem Internetcafé zu melden. Ansonsten sind sie ausgestattet mit fünf Euro, ihrem Gesellendokument, ihrer Kluft und ihrem Stenz – dem selbst gedrechselten Wanderstab - frei, unabhängig und ganz auf sich gestellt.

1096 Tage lang werden die unternehmungslustigen jungen Männer unterwegs sein und gegen Kost und Logis arbeiten. Stäcker und Kölln präsentierten den Schülern ihr Werkzeug, berichteten von den Sitten und Gebräuchen des mittelalterlichen Zunftwesens und ließen Anschauungsmaterial herumgehen. Abschließend versprachen die beiden Abenteurer, sich von Zeit zu Zeit bei Lehrer Claußen zu melden und Bericht zu erstatten.

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