zur Navigation springen

Sommerinterview : „Es macht Spaß, weil man viel bewegen kann“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In unregelmäßiger Folge stellen die Bürgermeister der Umgebung im Rahmen eines Sommerinterviews ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinden vor. Uwe Schölermann ist seit vier Jahren Chef in Haseldorf. „Das Bürgermeisteramt ist eine tolle Aufgabe. Es macht Spaß, weil man – auch in Zeiten knapper Kassen – viel bewegen kann“, sagte er. In die Politik ging der leidenschaftliche Haseldorfer, um „etwas zurückzugeben“. „Meine Frau und ich haben viel Glück gehabt im Leben“, so der ehemalige Telekom-Mitarbeiter und frühere Berufssoldat, den seine Tätigkeit als Ausbilder im Bereich der Flugabwehr für zwölf Jahre in die USA führte.

UeNa: Welche Themen liegen aktuell in Haseldorf an?

Uwe Schölermann: Wir würden gern nach Bedarf wachsen. Wir haben ein neues Baugebiet ausgewiesen. Sieben der elf Grundstücke sind vergeben. Unser Ziel ist es, junge Familien dauerhaft zu binden. Doch die Landesplanung gibt vor, um welche Quote wir wachsen dürfen. Unser Bauprojekt „Generationenpark“ verlieren wir nicht aus den Augen. Unsere Senioren interessieren sich für betreutes und barrierefreies Wohnen. Ferner beschäftigen uns die energetische Sanierung der Grundschule und die Sanierung oder der Neubau der Turnhalle mit Räumen für die Betreuungsklasse. Wir stecken in der Entscheidungsphase. Zur Verkehrsberuhigung des Neuen Weges wird es eine Einwohnerversammlung geben. Wir brauchen eine schnelle Internetverbindung und setzten unsere Hoffnungen in den Breitband Zweckverband. Wir müssen jetzt auf den Zug aufspringen.

UeNa: Die neue Förderperiode der AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest ist angelaufen. Hat Haseldorf einen Antrag gestellt?

Schölerrmann: Haseldorf ist von Anfang an Mitglied im Verein der AktivRegion. Für die Sanierung der Friedhofskapelle, die im Besitz der Kirche ist, wurden in der vergangenen Förderperiode 65000 Euro bewilligt. Die Maßnahme wird gerade mit zusätzlichen Geldern der Gemeinde umgesetzt. Dafür ist unsere historische Kapelle dann auf dem neuesten Stand. Jetzt ist die neue Förderperiode angelaufen. Wir haben einen Antrag für ein Hafen-Konzept gestellt und 100000 Euro bewilligt bekommen. Damit würden wir den Hafen gern touristisch aufwerten. Wenn wir zusätzliche Mittel über die Metropolregion Hamburg erhalten, werden wir das Projekt umsetzen.

UeNa: Wie ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen in der Gemeinde?

Schölermann: Die Flüchtlinge werden uns vom Amt Haseldorf zugewiesen. Bei uns leben zwei Familien, die sich gut eingelebt haben. Die Integration klappt hervorragend. Dafür danke ich der Bevölkerung, die sich vorbildlich verhält. Ich bin gegen eine zentrale Unterbringung. Das führt unter Umständen zu Problemen. Schwierigkeiten gäbe es auch mit jungen, alleinstehenden Männern Sie fühlen sich hier nicht wohl - Familien schon. Sie bekommen was sie brauchen. Über das Amt werden auch Sprachkurse bezahlt.

, UeNa: Wo soll die Gemeinde Haseldorf in fünf bis zehn Jahren stehen?

Schölermann: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin Zuspruch von jungen Familien haben, dass unsere Kinder hier im Ort ihre Zelte aufschlagen. Das ist wichtig, um das Dorf zu erhalten. Ich bin gegen die Zusammenlegung von Kommunen. Die Dörfer sind individuell, haben ein gutes, intaktes Vereinsleben, der Zusammenhalt der Bürger ist groß. Sie identifizieren sich mit ihrem Heimatort und sind bereit, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen.

UeNa: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Haseldorf?

Schölermann: Mein Lieblingsplatz ist der alte Hafen – gerade bei Sonnenuntergang. Aber wir haben viele schöne Plätze.

UeNa: Was macht den Charme, die Besonderheit von Haseldorf aus?

Schölermann: Für mich ist Haseldorf das schönste Dorf in Schleswig-Holstein. Andere Dörfer sind natürlich auch schön. Wir haben einen Hafen. Die Anbindung an die Elbe liegt fast im Ortskern. Wir haben ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das man zu Fuß oder per Rad genießen kann. Wir haben ein Schloss mit Park und altem Baumbestand und eine Gutsanlage, auf der Konzerte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals stattfinden. Haseldorf besteht aus kleinen Siedlungen und viel Feldmark, die Entspannung bietet. Die Bürger sind freundlich und hilfsbereit.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Aug.2015 | 19:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert