Verwaltungsgemeinschaft : Es kommt Post aus Haseldorf

Andreas Stief, Vorsitzender des Hauptausschusses (CDU), hielt es aufgrund der jüngsten Presseberichterstattungen zum Thema Verwaltungsgemeinschaft mit Haseldorf, Haselau und Hetlingen für erforderlich, sich mit dieser während der Sitzung am Donnerstag inhaltlich zu befassen. Die Verwaltungsgemeinschaft ist in diesem Jahr erstmals kündbar.

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13. Juli 2014, 18:28 Uhr

Sein Dringlichkeitsantrag passierte mithilfe der Stimmen seiner Fraktion, die der Grünen und die der BfB die Hürde der erforderlichen 2/3-Mehrheit. Die SPD war dagegen, darüber zu sprechen. Fraktionsvorsitzender Ingo Struve: „Wir sprechen uns dagegen aus. Wir wollen die Verwaltungsgemeinschaft und sehen keinen Beratungsbedarf.“ Außerdem habe der Antrag der CDU nicht schriftlich vorgelegen.

Was war geschehen? Zunächst ergriff Bürgermeisterin Andrea Hansen das Wort. Sie berichtete von der jüngsten Sitzung der Haseldorfer Gemeindevertretung. Der öffentlich-rechtliche Vertrag mit der Stadt Uetersen werde vorerst nicht gekündigt. Vielmehr werde eine Arbeitsgruppe gebildet. Dort werde ein Katalog an Wünschen und Ideen erarbeitet und anschließend der Stadt vorgelegt. Von Haselau und Hetlingen wisse sie, dass diese beiden Dörfer an der Verwaltungsgemeinschaft festhalten wollten.

Und Haseldorf? Offensichtlich gibt es zwischen Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) und der Uetersener Verwaltungschefin derzeit „atmosphärische Störungen“, die darin gipfeln sollen, dass beide Seiten nur noch auf schriftlichem Wege kommunizieren.

Die Bürgermeisterin bestätigte das. Haseldorf möchte schriftlich kommunizieren, nicht mehr mündlich. Aber das sei auch ganz normal. Das geschehe auf anderen Gebieten auch. Bürgermeister Uwe Schölermann (Haseldorf) treffe sich jetzt regelmäßig mit ihrem Mitarbeiter Sven Werner im Haseldorfer Bürgerbüro.

Die UeNa fragten Uwe Schölermann nach seinen Beweggründen. Der Haseldorfer Bürgermeister sagte, dass er weiterhin ins Rathaus gehe, aber in „abgespeckter Form“. Einige Dinge müssten direkt geregelt werden.

Es gebe aber auch jede Menge Kritik, die seitens der Bürgermeisterin offensichtlich nicht ernst genommen werde. Er habe immer wieder gesagt, dass Vorgänge nicht so bearbeitet würden wie von Haseldorfer Seite gewünscht, weder inhaltlich noch qualitativ. Andrea Hansen sei nicht bereit, gegenzusteuern. Schölermann: „Ich war ein Verfechter der Verwaltunggemeinschaft, die Qualität der Vertragserfüllung lässt derzeit aber zu wünschen übrig.“ Gemäß dieses Vertrages habe Haseldorf auch das Recht, einen Leitenden Verwaltungsbeamten zur Seite gestellt zu bekommen. Zunächst einmal sei das die Bürgermeisterin, die diese Aufgabe aber delegieren könne. Sven Werner sei jedoch offiziell ein Berichterstatter, kein Leitender Verwaltungsbeamter für Haseldorf. „Diesbezüglich wollen wir eine Änderung erreichen“, so Schölermann.

Innerhalb der nichtöffentlich tagenden Arbeitsgruppe sollen nun, so Schölermann, die Wünsche erarbeitet werden, die man Uetersen dann zukommen lassen wolle. „Das Schwierige wird sein, unsere Qualitätsansprüche zu definieren und diese messbar zu machen“, so der Bürgermeister. „Es ist uns nicht daran gelegen, uns von Uetersen zu trennen, aber wir wollen einen Vertrag, der inhaltlich erfüllt wird. Und wir wollen eine Qualität erhalten, die wir auch erwarten können. Und da muss sich die Verwaltung einfach bewegen“, so der Bürgermeister.

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