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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 04:52 Uhr

Portrait : „Es geht nur gemeinsam“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Begonnen hat das Engagement für das Dorf nicht in der Politik. Als gelernter Maurer und studierter Ingenieur übernahm Rolf Herrmann 1983 die Leitung der Arbeitsgruppe Bauen + Gestalten in der Dorferneuerung. Heute kann er auf 20 Jahre an der Spitze der Gemeinde zurückblicken.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 20:53 Uhr

Der Einstieg in die Politik verlief alles andere als gradlinig. Seine Frau Elisabeth-Juliane studierte an der Hochschule für „Wirtschaft und Politik“ in Hamburg. An der damaligen Kaderschmiede der Gewerkschaften errang sie ein FDP-Stipendium und arbeitet auch für die Liberalen. Dabei lernte das Paar den damaligen Quickborner Bürgermeister und späteren Bundestagsabgeordnete Gert Willner kennen. Und der lotste Rolf Herrmann in die CDU.

In der Haselauer Partei brachen gerade schwere Zeiten an, denn man bekam des Bürgers Frust zu spüren. Der Streit um den Bau des Golfplatzes war aus Herrmanns Sicht nur das Tüpfelchen auf dem I. Die Union verlor 1986 ihre Zweidrittel-Mehrheit. Die neu gegründete Freie Wählergemeinschaft konnte mit der Unterstützung des Sozialdemokraten Rudolf Zilles den CDU-Bürgermeister Klaus Hasenclever aus dem Amt jagen. Gunter Küchler (FWH) wurde neues Gemeindeoberhaupt.

Schon vor dem Machtwechsel waren die Kommunikationsformen rustikal. Dies steigerte sich in den folgenden Jahren noch. Dass im Laufe der Zeit verbal abgerüstet wurde und heute eine angenehme Diskussionskultur herrscht, hat nach Meinung von Herrmann schon in der CDU-Oppositionszeit seinen Ursprung. „Wir haben nie geschimpft“, erinnert er sich, „sondern betont, was wir wollen.“ Als Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat verlor er die Wahl 1990, doch vier Jahre später gelang der Wechsel – mit Unterstützung von Zilles. Vieles hat der Bürgermeister in diesen 20 Jahren bewegt.

Die vorsichtige und kontinuierliche Entwicklung trägt seine Handschrift. Haselau ist eine kleine Gemeinde, aber eine mit Selbstwertgefühl. Zu den großen Projekten, die in seiner Amtszeit realisiert wurden, zählt der Bau der Druckentwässerungsleitung und des Golfplatzes, die 775-Jahr-Feier und die Schaffung des Dorfmuseums, den Bau des Feuerwehrgerätehauses und des Kindergartens.

Die beiden letzten Vorhaben sind für ihn beispielhaft, wie man Dorfpolitik betreibt. „Es geht nur gemeinsam“, steht für ihn fest. „Gegensätze sind unproduktiv.“ Bei den Planungen der Feuerwache gab es etwa die Rivalität der drei Gemeindeteile um den Standort. „Heute spricht kein Mensch mehr davon.“

Seinen politischen Abschied hat Herrmann fest terminiert. Mit dem Ende der Wahlperiode 2018 will er aussteigen, und zwar ganz. Dann widmet er sich mehr seinem großen Hobby, der Geschichtsforschung. Die Haseldorfer Marsch und die Historie der Deutschen in der Zeit zwischen Napoleon und der Reichsgründung liegen ihm besonders am Herzen.

Den Kampf um Bishorst verloren

Eine schwere politische Niederlage hat Bürgermeister Rolf Herrmann einstecken müssen. Sein Kampf um den Erhalt des Hauses auf Bishorst war erfolglos. Das habe ihn damals „empfindlich getroffen“, bekennt der Christdemokrat.

Das Gebäude auf dem ehemaligen Kirchspiel sei ideal gewesen, um alles darzustellen, was mit Natur zu tun habe. „Nur was man kennt, kann man auch schützen“, so Herrmann. Anderenorts sei so etwas möglich gewesen. In Haselau scheiterte dies an den handelnden Personen.

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