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Trauma-Ambulanz : Erste Hilfe für die Akutklinik

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein Jahr nach der Eröffnung ist die im Aufbau befindliche Trauma-Ambulanz immer noch weit von einer soliden finanziellen Basis entfernt. Nun könnte das Kooperationsprojekt von Wendepunkt, Regio Kliniken und Rechtsmedizinischem Institut am Hamburger UKE einen neuen Verbündeten haben: Der gerade im Amt bestätigte SPD-Landeschef Ralf Stegner sagte bei einem Treffen mit Abgeordneten-Kollegin Beate Raudies und Wendepunkt-Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt seine Hilfe zu.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2015 | 21:14 Uhr

Trauma-Ambulanzen sind Anlaufstelle, wenn psychologische Soforthilfe gebraucht wird, die Beratungsstellen wie etwa der Wendepunkt aber geschlossen sind: nachts und an den Wochenenden. Insbesondere Kinder und Jugendlichen finden hier Ansprechpartner, werden von Fachleuten aufgefangen, die ein diagnostisches Verfahren in die Wege leiten.

Die Finanzierung der interdisziplinären Einrichtung wird durch ein Geflecht aus Geldgebern sichergestellt, wobei Spenden eine zentrale Rolle spielen. Für Wendepunkt-Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt wenig ideal, weil zu unsicher. „Wir müssen andere Lösungen finden“, sagte sie im Gespräch mit Raudies und Stegner. Zwar steht eine Neuordnung der Grundfinanzierung von Trauma-Ambulanzen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, jedoch nur als Teil eines Reformpakets, das voraussichtlich erst in fünf Jahren verabschiedet wird.

„Für uns wäre die geplante Finanzierungsstruktur eine echte Perspektive, die sich aber durch den langen Zeitraum wieder relativiert“, sagte Ingrid Kohlschmitt. Sie hofft nun auf eine Anerkennung als Pilotprojekt. „Die Trauma-Ambulanz hat Modellcharakter“, sagte sie. Geht es nach SPD-Chef Ralf Stegner soll es in den kommenden Wochen am Rande einer Landtagssitzung zu einem Gespräch mit Sozialministerin Kristin Alheit und Justizministerin Anke Spoorendonk kommen, um mögliche Lösungsmöglichkeiten auszuloten. „Es macht Sinn, das rechtzeitig vor den nächsten Haushaltsberatungen zu machen“, sagte Stegner. Der Zeitpunkt ist vergleichsweise günstig, denn gleichzeitig läuft die Überarbeitung des sogenannten Opferentschädigungsgesetzes (OEG), ebenfalls ein Projekt der Bundesregierung. Dass die Finanzierung der Trauma-Ambulanzen so nicht bleiben kann, darüber herrschte Einigkeit im Gespräch zwischen Ingrid Kohlschmitt, Beate Raudies und Ralf Stegner. „Das Einwerben von Spenden ist enorm kräftezehrend“, sagte Kohlschmitt. „Keine vernünftige Situation“, sagte auch Ralf Stegner.

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