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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 16:52 Uhr

Antritt : Erste Chefärztin der Kliniken

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Gestern hat zum ersten Mal eine Frau einen Chefarzt-Posten bei den Regio Kliniken übernommen. Anna Vetter leitet die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Elmshorn.

„Ich gehöre zu den jüngsten Chefärztinnen in Deutschland“, sagte die 34-Jährige. Ihr Ziel: Sie will die Zusammenarbeit mit den Trägern der Jugendhilfe intensivieren.

Vetter hat in der Klinik Karriere gemacht. 2006 trat sie auf der Jugendstation ihren Dienst als Assistenzärztin an. Noch vor der Facharztprüfung wurde sie Oberärztin. Seit dreieinhalb Monaten führt sie die Abteilung als leitende Ober- und kommissarische Chefärztin. Der Hauptgeschäftsführer Otto Melchert bezeichnete sie als gute Wahl: „Wir haben in dieser Zeit erlebt, dass Sie die Verantwortung richtig angepackt haben“, sagte er gestern bei der Vertragsunterzeichnung.

Das 24-köpfige Team betreut Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren. Einige lassen sich nicht mehr in die Schule integrieren, andere leiden an Essstörungen oder haben Selbstmordversuche hinter sich. „Ein Problem sind Kinder, die Grenzgänger zwischen der Jugendhilfe und der Psychiatrie sind“, sagte Vetter. Durch unklare Zuständigkeiten ergäben sich an dieser Nahtstelle immer wieder Versorgungslücken. Finanzierungsmodelle der Krankenkassen und der Jugendhilfeträger prallen aufeinander. Letztere stünden zudem unter einem hohem Kostendruck. Die Folge beklagte Elke-Maria Lutz, Vorsitzende des Fördervereins für die Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Manche Kinder, die eigentlich in die Jugendhilfe gehören, sind in der Jugendpsychiatrie gelandet.“

Die Klinik federte diese Verlagerung bisher ab. „Wir haben die Verweildauer und die Wartezeiten durch das ambulante Angebot verkürzt und konnten bei einigen eine stationäre Aufnahme vermeiden“, so Vetter. Trotzdem müssen sich Kinder bis zu drei Monate gedulden, ehe sie einen Therapieplatz antreten können. Auf den Wartelisten stehen 15 bis 20 Jungen und Mädchen. „Die Listen sind so lang und so schlimm wie bisher“, sagte die Chefärztin. Ihre Aufgabe wird es sein, die Ambulanz auszubauen. Wenn der Klinik-Etat es zulässt, sollen auch neue Mitarbeiter eingestellt werden. Elmshorn stellt neben Schleswig und Lübeck die kleinste Kinder- und Jugendpsychiatrie im Land dar.

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erstellt am 15.Mai.2012 | 20:29 Uhr

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