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Konzert in der Priörinnenscheune des Klosters : Erschütternd, lustig, bewegt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie sind Boten und noch viel mehr: Chanson-Sängerin Anna Haentjens und ihr Klavierbegleiter Sven Selle interpretierten in der ausverkauften Priörinnenscheune des Klosters in einer Hommage mit dem Titel „Ich bin ein Bothe und nichts mehr“ die Werke des Dichters Matthias Claudius, dessen Todestag sich 2015 sich zum zweihundertsten Mal jährt.

Und in ihrer eigenen, unnachahmlich Art vermochte es Anna Haentjens, die lustigen, nachdenklichen, aber auch erschütternden niedergeschriebenen Gedanken des Dichters und Journalisten („Der Wandsbecker Bothe“) ihrem Publikum ganz nahe zu bringen, das Leben des Menschen, der dahinter steckt, aufzuzeigen und die Parallelität zum aktuellen Geschehen ohne erhobenen Zeigefinger anzumahnen.

Was Anna Haentjens immer wieder bei ihren gesungenen und rezitierten Portraits gelingt, ist in akribischer Recherche in das Leben des oder der Porträtierten hinein zu tauchen, fein zu analysieren und die so unterschiedlichen Höhen und Tiefpunkte eines Lebens zu ordnen und zu einem spannenden musikalischen und erzählerischen Vortrag zusammen zu stellen, der ihre Zuhörerinnen und Zuhörer fesselt, zu Tränen rührt oder laut lachen lässt.

Vielleicht ist es selbst erlebtes und durchlittenes, was Anna Haentjens in ihren häufig von ihr vertonten Liedern verarbeitet und sie so authentisch werden lässt - auf jeden Fall ist es ihre große Professionalität, mit der sie ein so schwer gewichtiges Programm gestaltet und mit der sie bei ihrer treuen Fangemeinde so gut ankommt und inzwischen auch international bei ihren vielen Auftritten neue Freunde, Bewunderer und Schüler ihrer Chanson-Werkstatt gewinnt.

Ein Bote ist Anna Haentjens ganz deutlich bei der Interpretation des berühmtesten Werkes von Matthias Claudius. Das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ gehört zu ihren absoluten Lieblingsstücken und wer sich bei der Aktualität des Kriegsliedes oder dem schlichten, erschütternden Wiedergabe des von Franz Schubert vertonten Liedes „Der Tod und das Mädchen“ nicht klammheimlich die Augen wischte, gehört zu den ganz Harten, die jede Sentimentalität von sich weisen.

Intensiv am wohl klingenden Blüthner-Flügel dabei auch Pianist Sven Selle, der einige Gedichte von Matthias Claudius selbst vertont hatte und sogar den Refrain der lustigen Geschichte vom Zahnwechsel „Viktoria, der kleine weiße Zahn ist da“ nach so vielen Chanson-Werkstatt Begleitungen erfolgreich mit sang.

Die Gesellschaft der Freunde des Klosters Uetersen feierte mit ihren Organisatoren Dr. Meinhardt Sziegoleit und Sylvia Hoffmann-Sziegoleit einen weiteren Höhepunkt in der diesjährigen Konzertreihe in der Klosterscheune, Hubertus Graf Luckner bedankte sich im Namen aller bei den Künstlern und Ausrichtern.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 19:20 Uhr

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