B-Plan 72 Ahrenloher Straße-Baumschulenweg : Erörterung des Planungszweckes

3494749_800x434_4ffc82f6c84d6.jpg
1 von 2

In ihrer Juni-Sitzung gaben die Mitglieder des Bauausschusses dem Entwurf zum Bebauungsplan 72 (Bereich des geplanten Wohngebietes „Tornesch Am See“) ihre Zustimmung und beauftragten die Verwaltung, die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die frühzeitige Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einzuleiten.

shz.de von
10. Juli 2012, 21:28 Uhr

Etliche Interessierte aus der unmittelbaren Nachbarschaft des B-Planbereiches, auf dem die Evangelische Stiftung Alsterdorf zwischen Ahrenloher Straße und Baumschulenweg ein Wohnquartier mit barrierefreien Wohn- und unterstützenden Service- und Pflegeangeboten schaffen will, waren zur Veranstaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen.

Sie erhielten von Verwaltungsmitarbeiter Henning Tams aus dem Bau- und Planungsamt, Diplom-Ingenieur Hans Krohn und Bürgermeister Roland Krügel Informationen zur Art der baulichen Nutzung des 4,5 Hektar großen B-Plan-Geltungsbereiches zwischen dem Baumschulenweg und der Ahrenloher Straße, zu den Grundflächenzahlen bei eingeschossiger, zweigeschossiger und drei- bis viergeschossiger Bebauung, den Sockelhöhen (maximal 50 Zentimeter; dort, wo Tiefgaragen entstehen, maximal 1,20 Meter) und zu den Firsthöhen (gerechnet von der Fahrbahnoberkante eingeschossig: maximal neun Meter; zwei- bis dreigeschossig: maximal zwölf Meter und viergeschossig: maximal 15 Meter).

Auch zur Erschließung, zur Lage von Flächen mit Geh-, Fahr- und Leitungsrechten, zu Geh- und Fußwegen als Verbindung zur Struckschen Koppel, zur Begrünung von Stellplätzen (Schnittheckenpflanzungen und maximal 1,20 Meter hohe Mauern), zur Anpflanzung von Bäumen (landschaftstypische Gehölze an in der Planzeichnung festgesetzten Standorten) sowie zur Gestaltung von Außenwänden von Gebäuden und Mauern wurde informiert. Einige Nachbarn der künftigen Bebauung – die Stiftung Alsterdorf will für ältere und jüngere Menschen mit vorhandenem oder absehbarem Assistenzbedarf freistehende Bungalows, Reihenbungalows, Winkelbungalows sowie Geschosswohnungen errichten lassen und das Quartiermanagement übernehmen – hatten bereits im Vorwege der Veranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung Fragen und Anregungen eingereicht. Weitere Fragen wurden am Abend der etwa einstündigen Veranstaltung gestellt. „Die Anregungen werden eingearbeitet. Der Plan geht noch einmal in den Bauausschuss“, so Bürgermeister Roland Krügel.

Fragen und Anregungen Verkehrsanbindung und historischer Grenzverlauf Der Bau- und Planungsausschuss wird nach der Sommerpause den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum B-Plan 72 zu fassen haben. Im Dezember soll der Satzungsbeschluss vorliegen, damit 2013 der erste Spatenstich zu „Alsterdorf Am See“ erfolgen kann. Die Stiftung Alsterdorf hatte im März den Bauausschussmitgliedern ihr Konzept für das Wohnquartier vorgestellt.

Auf Nachfrage des FDP-Ratsherrn Bernd Michaelsen, der als Anwohner des Baumschulenweges an der Öffentlichkeitsbeteiligung teilnahm und Fragen zu den Planungen des Investors hinsichtlich der Dachgestaltung bei eingeschossiger Bauweise und zur Größe der Mehrgeschosswohnungen stellte, merkte Bürgermeister Roland Krügel an, dass Alsterdorf sein gesamtes Konzept sicher noch einmal im Sozialausschuss vorstellen werde. „Das wäre gut, denn auch uns als Seniorenbeirat interessiert das Konzept und dessen Umsetzung“, merkte daraufhin auch Jürgen Hesse, Vorsitzender des Seniorenbeirats, an.

Auf das noch in Arbeit befindliche Verkehrsgutachten machte Bürgermeister Krügel im Zusammenhang mit der Anregung eines Lindenweganwohners aufmerksam, der eine direkte Anbindung des Wohnquartiers an die Ahrenloher Straße forderte. „Der Autoverkehr würde dann gleich abfließen und nicht erst durch den Lindenweg oder den Baumschulenweg auf die Ahrenloher Straße führen. Wenn man will, müsste so eine Verkehrsführung doch möglich sein“, betonte Egon Lucht.

Walter Thies, der als ortsansässiger Baumschuler über Wissen und gute Kenntnisse zu Grenzverläufen zwischen Grundstücken und den Ortsteilen Ahrenlohe, Esingen und Tornesch verfügt, brachte eine Anregung ein, mit der er an das Geschichtsbewusstsein appellierte. „In dem Plangebiet liegt die alte Gemarkungsgrenze zwischen Tornesch und Ahrenlohe. Dies sollte man in irgendeiner Form kenntlich und auch für künftige Generationen und Neutornescher deutlich machen. Vielleicht könnte man den Weg, der ein Stück entlang der alten Gemarkungsgrenze führen wird, Ahrenloher Grenzweg nennen“, so Thies. Bürgermeister Roland Krügel nahm die Anregung auf: „Wir können die alte Grenze ja durch einen Weg oder eine Bepflanzung sichtbar bleiben lassen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert