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Gottesdienst im Gemeindezentrum : Erntedank ist eine Lebenshaltung

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Erntedank ist mehr als ein schmückendes Fest, es ist eine Lebenshaltung und die Aufforderung, Gott im Alltag einzukalkulieren.“ Diese Worte hat Pastorin Almuth Bretschneider den Gottesdienstbesuchern im Heidgrabener Gemeindezentrum mit auf den Weg gegeben. Zusammen mit ihrem Kollegen Christian Hild ging sie der Frage nach, ob Erntedank zum Leiden passt.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 20:57 Uhr

Kann jemand danke sagen, dem es nicht gut geht? Die Antwort fanden die beiden Pastoren im Brief an die Hebräer, in dem es heißt: „Durch Jesus wollen wir Gott jederzeit und in jeder Lebenslage Dankopfer darbringen; das heißt: Wir wollen uns mit unserem Beten und Singen zu ihm bekennen und ihn preisen. Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Das sind die Opfer, an denen Gott Gefallen hat.“

Selbst am Kreuz habe Jesus nicht an seinem Glauben gezweifelt, sondern sein Leben in Gottes Hände gegeben. „Wir brauchen uns nicht lange umzusehen, um zu erkennen, dass unser Erntedank Früchte trägt“, so Pastor Hild. Er erinnerte an vielfältiges ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde sowie einfache, in Heidgraben übliche Nachbarschaftshilfe. „Darüber freut sich Gott – über Hilfsbereitschaft und Gottvertrauen.“ Ihrer Predigt legten die Pastoren das Gleichnis vom reichen Bauern zugrunde. Hans-Peter Kruse, Vorsitzender des Ortsbauernverbandes, überreichte dem stellvertretenden Bürgermeister, Ernst-Heinrich Jürgensen, die neue Erntekrone. Der Vertreter der Gemeinde nahm die schöne mit Kornähren geschmückte Krone mit dankenden Worten und besten Wünschen für Bürgermeister Udo Tesch entgegen. Das Prachtstück wird bis zum nächsten Herbst im Eingangsbereich des Gemeindezentrums einen Ehrenplatz einnehmen.

„Wenn wir klagen, dann klagen wir auf hohem Niveau“, war das Fazit der Rede des Sprechers der Landwirte. „Im Vergleich zum Leid und zu Bedrohungen in der Welt – von Ebola über Krieg und Flüchtlingswellen bis hin zu IS-Kämpfern – geht es uns in Deutschland und in Schleswig-Holstein gut. Da ist Klagen fehl am Platze“, sagte er. Die Bauern hätten nach einem tollen Sommer mit herrlichem Wetter eine sehr gute Ernte eingebracht. „Dafür wollen wir Gott danken“, ergänzte Kruse.

Für den – aus Sicht der Landwirte – einzigen Wermutstropfen der Saison, konnte er eine Lösung präsentieren. „Den Preisen, die im Keller sind, können wir entgegenwirken, wenn wir alle hiesiges Obst und Genüse einkaufen“, so seine Empfehlung.

Aufgrund des langen Wochenendes, das viele Chormitglieder zu einer Kurzreise nutzten, musste der Gottesdienst ausnahmsweise ohne die Heidgrabener Liedertafel auskommen. Stattdessen begleitete Christina Tank die Andacht am Klavier. In Heidgraben findet im Wechsel mit einer Seniorenfeier alle zwei Jahre ein Erntedankfest-Gottesdienst statt. Er wird von den Pastoren der Uetersener Erlöserkirchengemeinde gehalten, der Heidgraben angehört. Der im Gemeindesaal eingerichtete Altar war mit Blumen und Erntegaben geschmückt, die Familie Hauschildt gestiftet hatte und die die Gottesdienstbesucher mit nach Hause nehmen konnten.

Viele von ihnen nutzten das Angebot, im Anschluss an den Gottesdienst gemeinsam eine Suppe einzunehmen und sich dabei über Gott und die Welt auszutauschen. Die Kollekte des Erntedank-Gottesdienstes geht an die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“.

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