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Gedenktag an NS-Opfer : Erinnerung an einen mutigen Christen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein gesetzlich verankerter Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Er ist als Jahrestag bezogen auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 18:58 Uhr

In Tornesch wird seit 2001 dieser Tag des Gedenkens und der Mahnung für die Zukunft mit würdigen Veranstaltungen begangen. In diesem Jahr sind die evangelische Kirchengemeinde und das Stadtarchiv Tornesch am Mittwoch, 27. Januar, Ausrichter der Gedenkveranstaltung mit Eröffnung einer Ausstellung um 19 Uhr im Kirchenzentrum über den Pfarrer Paul Schneider (1897-1939). Er war evangelischer Pfarrer im Hunsrück, Mitglied der Bekennenden Kirche und gehörte zu denjenigen, die schon 1933 erkannten, dass das Evangelium von Jesus Christus unvereinbar war mit der Ideologie des Nationalsozialismus.

„Die Ausstellung verdeutlicht am Beispiel von Pfarrer Paul Schneider, dass bereits geringste Konfrontation mit dem sich immer weiter totalisierenden NS-System zur Verfolgung führte“, so Pastor Henning Matthiesen.

Er und die Historikerin Annette Schlapkohl laden herzlich zum Besuch der Eröffnung der Wanderausstellung „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ ein. Die Ausstellung mit 18 Bild- und Texttafeln zum Leben und mutigen Wirken Paul Schneiders ist ein Projekt der Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft Weimar. Die Erste Vorsitzende Pfarrerin i.R. Elsa-Ulrike Ross wird mit einem Vortrag in die Ausstellung und das Leben und Wirken von Paul Schneider einführen. Mehrmals wurde der Pfarrer in den Jahren 1934 bis 1937 verhaftet und im November 1937 in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht.

Nachdem er sich geweigert hatte, beim Appell zu Hitlers Geburtstag die Mütze abzunehmen, kommt er im Arrestzellenbau in Einzelhaft und ist dort der Folter des sadistischen SS-Aufsehers Martin Sommer ausgeliefert. Trotz dieser Qualen predigt Paul Schneider aus seinem Zellenfenster heraus, so dass ihn die auf dem Appellplatz stehenden Häftlinge hören und von ihm Stärkung erfahren können. Am 18. Juli 1939 wurde Paul Schneider – der Prediger von Buchenwald – von den Nazis ermordet.

Die Ausstellung wird das erste Mal im norddeutschen Raum gezeigt und verbleibt bis zum 13. März im Kirchenzentrum. Zu den Öffnungszeiten des Kirchenbüros und jeweils eine Stunde vor und nach den Gottesdiensten kann die Ausstellung besichtigt werden.

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