Leukämie : Erholung für ukrainische Kinder

3501691_800x330_5006ecbd13f5d.jpg

Schwere Leiden haben die 25 Jungen und Mädchen hinter sich gebracht, die sich für einen Nachmittag in Appen vergnügen konnten. Die jungen Ukrainer sind nach Schleswig-Holstein gekommen, um sich zu erholen. Die Sieben- bis 15-jährigen waren an Leukämie erkrankt, haben Chemo- und strahlentherapie hinter sich. Initiiert hat die Aktion die Ukrainische Kinderkrebshilfe aus Neumünster, deren treibene Kraft Eberhardine Seelig ist.

shz.de von
18. Juli 2012, 19:01 Uhr

Die ist gut bekannt mit Rolf Heidenberger („Appen musiziert“). Der nahm Kontakt mit dem DRK-Chef Walter Lorenzen sowie dem Ehepaar Pein vom Almthof auf, und schon war die Aktion organisiert.

Seit drei Jahren kommen die Ukrainer nach Appen. Erst gibt es Saft und Kuchen auf dem Altmhof, dann können die Lütten dort nach Herzenslust spielen. Abends geht es ins Bürgerhaus, wo die DRK-Damen eine Stärkung bieten und es kleine Geschenke gibt. „Wir werden hier richtig verwöhnt“, freut sich Sylke Schliep, die die Ukrainer in den Kreis Pinneberg begleitet hat.

Im Vordergrund des vierwöchigen Aufenthalts steht allerdings die Rehabilitation. „Die Kinder haben oft monatelang nur gelegen“, erklärt Eberhardine Seelig. Folglich müssen sie mit Hilfe von Physiotherapie wieder mobil gemacht werden. Einige sind jahrelang nicht zur Schule gegangen, also wird gelernt. Unter den acht Begleiter aus der Ukraine befinden sich Übersetzer, Lehrer und Krankenschwestern.

Eine Reha in der Ukraine ist nicht möglich. „Zwar gibt es dort Rehabilitationsmaßnahmen für alle möglichen schweren Krankheiten“, erklärt Eberhardine Seelig, „nur nicht für Leukämie.“ Im 21. Jahr kümmert sich die Ukrainische Kinderkrebshilfe um die jungen Patienten. Bereits kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gründete Eberhardine Seelig die Organisation. Die Rate der Erkrankungen ist seitdem unverändert hoch geblieben. Rund 100 Schleswig-Holsteiner helfen, dass sich die Kinder gut erholen können. Da sind zum Beispiel die Küchenkräfte, die die Vollversorgung sicher stellen. Zahnärzte behandeln ehrenamtlich und Frauen waschen die Bekleidung der jungen Ukrainer. In einer Schule können sie schlafen und die Bundeswehr stellt die Feldbetten zur Verfügung. Die Blutwerte werden regelmäßig in einer Klinik in Neumünster kontrolliert.

Kampf mit Bürokratie und Korruption

Viel besser wäre es, so Eberhardine Seelig, wenn die Mädchen und Jungen in ihrer Heimat gesund werden könnten. Bereits drei Anläufe hat sie gestartet, in der Ukraine ein Reha-Zentrum für junge Leukämiekranke zu errichten. Doch daraus ist nie etwas geworden. „Bürokratie und Korruption“ nennt sie als Gründe für ihr Scheitern. Doch entmutigen lässt sich Eberhardine Seelig nicht. Bald soll der vierte Versuch gestartet werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert