Geburtstag : Erfolgreiche Arbeit für St. Gabriel

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„Hochzufrieden“ ist Dr. Jörg Dehmel mit der Entwicklung der Kirchenmusik in Haseldorf.

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25. Januar 2012, 20:27 Uhr

Wesentlichen Anteil hat ein Verein, der demnächst sein zehnjähriges Bestehen feiern kann, natürlich mit einem Konzert. Die „Haseldorfer Kirchenmusik“ wurde am 1. Februar 2002 gegründet. Das Ziel formulierte Bischof Ulrich Wilckens bereits 1984. Das über 800 Jahre alte Gotteshaus sollte zu einem kirchenmusikalischen Zentrum ausgebaut werden. „Auf diversen Ebenen“ so Dehmel, habe sich der Verein positiv ausgewirkt. Durch die Mitgliedsbeiträge sind mehr sowie größere Konzerte möglich geworden. Die Anzahl der Auftritte (im vergangenen Jahr gab er 30 Konzerte) bedeutet auch eine größere Flexibilität. Zwar müssen die Veranstaltungen absolut kostendeckend laufen, doch kann ein Minus bei einem Konzert durch ein Plus bei einem anderen gut ausgeglichen werden. Die Mitglieder zahlen nicht nur ihren Beitrag, sondern sie engagieren sich auch. Kirchenmusikfreunde erledigen die Öffentlichkeitsarbeit, verteilen Plakate und kassieren bei den Konzerten. „Sie haben für den hohen Bekanntheitsgrad gesorgt“, freut sich der Bach- und Buxtehude-Fan.

Die Initiative zur Vereinsgründung ging von Udo Prinz von Schoenaich-Carolath aus. „Dankbar“ ist Dehmel ihm nicht nur für sein damaliges Engagement. Als Schirmherr hat er sich vielfältig für den Verein eingesetzt. Zum Beispiel finanzierte er das erste große Konzert vor zehn Jahren, als Geschenk zum 80. Geburtstag seiner Mutter, Renata Prinzessin von Schoenaich-Carolath-Schilden. Die Einnahmen blieben beim Verein. Und noch ein zweiter Name fällt Dehmel ein: Pastor Dr. Helmut Nagel – er ist übrigens erster Vorsitzender des Vereins – habe sich sehr für die Gründung stark gemacht und in der Arbeit engagiert.

Zu den Höhepunkten in St. Gabriel zählt Dehmel „Orpheus und Eurydike“ von Gluck sowie die Markuspassion von Bach. Das verschollene und von ihm rekonstruierte Werk war erstmals 2010 zu hören und soll am Karfreitag, 6. April, wieder aufgeführt werden. Der Kirchenmusiker ist stolz darauf, immer am Tag der Kreuzigung Jesu Christis, ein großes Konzert präsentieren zu können.

Doch auch kleine Konzerte können eine große Wirkung entfalten, wie die Reihe „30 Minuten Orgelmusik“ zeigt. Sie lockt sonntags Klassik- und Naturfreunde nach Haseldorf. „Wir haben 2011 die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln können“, freut sich Dehmel.

Mit christlicher Musik Spenden und Erbschaften akquirierenMit dem Oratorium „Juditha triumphans“ von Antonio Vivaldi begann vor zehn Jahren die Erfolgsgeschichte des Vereins Haseldorfer Kirchenmusik und mit diesem Werk soll auch der Geburtstag gefeiert werden. Bei der Aufführung am Sonntag, 5. Februar, ab 18 Uhr in St. Gabriel wirken Veronika Haker, Sopran, Kerrin Burmeister, Alt, Fridjof Schultz-Falke, Tenor, der Chor „Cantate“, Appen/Moorrege, ein Ensemble mit historischen Instrumenten, sowie Jörg Dehmel, Leitung und Cembalo, mit.

1716 entstand das Oratorium Juditha triumphans, „ein äußerst modernes Werk mit zahlreichen Parallelen zur Oper“, erklärt Dehmel. Damals gab es in Venedig vier große Waisenhäuser für Mädchen, sogenannte „Ospedali“. Um finanzielle Mittel in Form von Spenden und Erbschaften zu akquirieren, veranstalteten sie regelmäßig musikalische Gottesdienste und Konzerte, die von den schulinternen Musiklehrern vorbereitet wurden. Im Jahre 1703 wurde Vivaldi Violinlehrer am „Ospedale della Pieta“, der wohl bekanntesten und musikalisch bedeutsamsten dieser Institutionen. 1713 übernahm er die Leitung und schrieb mehrere Werke.

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