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Meinungsaustausch : Erdkabel für XXL-Stromtrasse

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwei große Themen werden nicht nur die Neuendeicher Kommunalpolitiker, sondern auch die Bürger in den kommenden Monaten und möglicherweise auch Jahren bewegen. Die XXL-Stromtrasse „SuedLink“ und die Verbesserung der Internet-anbindung im Dorf stand damit auch ganz oben an für den Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann bei seinem Besuch in der Gemeinde. Er diskutierte mit Bürgermeister Reinhard Pliquet und dem Gemeindevertreter Gerd Mettjes (alle SPD).

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 22:10 Uhr

Die von den Tennet-Planern bevorzugte Trasse führt durch Neuendeich. Zwar gibt es bisher nur einen Korridor, doch klar ist, dass die Leitungen die Pinnau in dem Bereich kreuzen, in dem bereits Strommasten stehen und sich der Pferdehof von Rönne befindet. Bebauung will das Leitungsunternehmen nicht berühren. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass in diesem Bereich Erdkabel verlegt werden“, erklärt der Bürgermeister. Eine Alternative wäre es aus seiner Sicht noch, das für die Energiewende wichtige Projekt über eine bereits bestehende Trasse laufen zu lassen, die derzeit von der Bahn AG für ihren Strom genutzt wird.

Rossmann weist darauf hin, dass er zusammen mit über 100 Bundestagsabgeordneten eine von dem CDU-Parlamentarier Christian Haase federführend ausgearbeitete Resolution unterschrieben hat, mit der Tennet zur Wahrung von Bürgerinteressen bei der Sued-Link-Planung aufgefordert wird. Höchstmögliche Transparenz wird angemahnt und der Einsatz von Erdkabeln soll geprüft werden. „Wir signalisieren damit, dass wir ein waches Auge auf die Planungen haben werden“, sagt der Elmshorner.

Zur Tatenlosigkeit verurteilt sind die Neuendeicher Politiker derzeit durch den laufenden Verkauf der Breitband-Sparte des Abwasser-Zweckverbandes. Geplant ist ein Abschluss des Verfahrens Ende 2014. Pliquet hofft, dass der Breitband-Zweckverband den Zuschlag erhält, „und uns dann sagt, wie wir ans schnelle Glasfasernetz kommen.“ Einen Plan B, also Gespräche mit anderen Anbietern gibt es nicht.

Mettjes ergänzt, dass die Gemeinde durchaus bereit sei, Geld in die Hand zu nehmen. Bisher war das Vorhaben an der kostentreibenden Besonderheit Neuendeichs als lang gezogenes Straßendorf gescheitert.

Rossmann verweist auf die im Berliner Koalitionsvertrag festgeschriebene Idee der Verbesserung der Telekommunikation im ländlichen Raum. Am morgigen Donnerstag wollen Bundesminister erstmals öffentlich erklären, wie dies umgesetzt werden soll. Keine Alternative ist für die beiden Neuendeicher das von der Telekom angebotene Internet via Handynetz, „Long Term Evolution“ (LTE) genannt. Das wird von dem Ex-Staatsunternehmen offensiv beworben und von ein paar Marschmern genutzt. Die Qualität sei sehr schwankend, manchmal könne man gar nicht erreicht werden, so Mettjes. Pliquet charakterisiert LTE für Neuendeich als „Notlösung“.

u Weitere Verschlickung der Pinnau?Aufmerksam verfolgt hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann die UeNa-Berichterstattung über den Schiffsunfall auf der Pinnau in der vergangenen Woche. Nach ersten Vermutungen der Wasserschutzpolizei war die zunehmende Verschlickung die Ursache, dass das Großmotorgüterschiff auf Grund lief.

Der Sozialdemokrat verweist auf die geplante Elbvertiefung. Darüber werde zwar erst im Oktober vor dem Bundesverwaltungsgericht entschieden, sagte er. Allerdings gehen fast alle Experten davon aus, dass die dann höhere Fließgeschwindigkeit zu einer stärkeren Verschlickung der Nebenflüsse und Häfen führt, also auch der Pinnau. (tp)

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