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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 04:28 Uhr

Praktikum : Erasmus forderte heraus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

David Anczenberger ist Ungar und Student der Sozialpädagogik. Der 23-Jährige lernte durch einen Zufall einen Jugendlichen aus Moorrege kennen, der in Ungarn zu Besuch war. Man kam miteinander ins Gespräch, und es wuchs das Interesse eines Aufenthalts in Deutschland. Doch in Verbindung mit einem freiwilligen Praktikum auf dem Sektor der Jugendarbeit.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 19:11 Uhr

Wieder zurück in Deutschland stellte der Moorreger den Kontakt zu Stadtjugendpfleger Jörg Hitz her, der auch nicht abgeneigt war, einen Praktikanten aus Ungarn im Team aufzunehmen. Mit im „Boot“ war „Erasmus“. Das ist ein Förderprogramm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport, der den Hochschulbereich einschließt.

Gefördert werden soll die Mobilität von Hochschulstudenten, Schülern und Berufstätigen. Über Erasmus möchte man die Vereinheitlichung der Bildungspolitik innerhalb der EU ausbauen sowie die Attraktivität der EU als Bildungsstandort stärken.

Den richtigen Umgang mit Erasmus musste man bei der Stadtverwaltung erst lernen. Birgit Werner kann ein Lied davon singen. Bürokratie kennt man auch im Bildungsbereich. 300 Seiten Papier und mehr umfasst die Korrespondenz: Vor Beginn des Praktikums musste ein Praktikumsprogramm erstellt, das festlegte, welche Kenntnisse, intellektuellen und praktischen Fähigkeiten sowie Lernergebnisse bis zum Abschluss des Praktikums erworben werden sollen. Der Praktikant musste sich selbst um eine Unterkunft bemühen.

Den Formalitäten schließt sich nunmehr die Mitarbeit des angehenden Sozialarbeiters an. Seine Aufgaben sind so facettenreich wie die gesamte Jugendarbeit der Stadt nun einmal ist. Darunter fällt die Beaufsichtigung und Beschäftigung der Jugendlichen im Stadtwerkehaus, die mobile Spielplatzbetreuung, die Ferienarbeit und auch die Tätigkeit bei der Suchtberatungsstation Tornesch, die von Uetersen mitfinanziert wird.

Hitz: „Wir freuen uns, dass wir einen Praktikanten aus Ungarn bei uns haben“. Denn das zu betreuende Klientel stamme ebenfalls zum Teil aus den Staaten Osteuropas. Ohnehin sei das Mitarbeiterteam international besetzt. Neben einer russischstämmigen Kollegin gehöre diesem ein türkischstämmiger Sozialpädagoge an.

David Anczenberger begann sein Praktikum am 15. Juli. Schon jetzt weiß er, dass er die ursprünglich festgelegte dreimonatige „Dienstzeit“ verlängern möchte. In Uetersen freut man sich auf diese Zusage. Insofern wird man den neuen Mitarbeiter erst Mitte Januar 2016 wieder verabschieden. Dann erhält der Bachelor-Student auch seinen Praktikumsbericht. Dieses Papier war ebenfalls Vertragsbestandteil zwischen Erasmus und der Stadt.

Beim nächsten Erasmus-Studenten gehe alles viel schneller, freut sich Birgit Werner, die, genauso wie Bürgermeisterin Andrea Hansen, die Möglichkeit, die junge Menschen heute besitzen, sehr schätzt.

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